Peter Kürten
- Aktive Jahre
- 1913–1929
- Modus Operandi
- ErstechenStumpfe GewaltVergewaltigungBrandstiftung
Ein fehlgeleiteter Brief an eine Überlebende brachte die Polizei 1930 auf Peter Kürtens Spur. Neun Morde und zahlreiche Angriffe hatten Düsseldorf zuvor monatelang in Angst versetzt. Die Landeshauptstadt Düsseldorf bezeichnet den am 26. Mai 1883 geborenen Täter als meistgesuchten Serienmörder der Weimarer Republik und dokumentiert die erhaltene Handakte des Prozesses.
Werdegang
Er wuchs als drittes von zehn Kindern in ärmlichen Verhältnissen auf, sein Vater war Alkoholiker und misshandelte die Familie regelmäßig. Bereits als Kind fiel er durch Tierquälerei und eine ausgeprägte Faszination für Feuer auf. Zwischen 1899 und 1913 saß er wiederholt wegen Diebstahls, Einbruchs, Brandstiftung und Körperverletzung im Gefängnis. Nach seiner Haftentlassung arbeitete er unregelmäßig in Fabriken und auf Baustellen, 1923 heiratete er Auguste Scharf in Altenburg. 1925 zog das Paar nach Düsseldorf, wo er nach außen als unauffälliger, gepflegter Ehemann auftrat und gleichzeitig seine Gewalttaten fortsetzte.
Taten
Sein erstes bekanntes Opfer war die neunjährige Christine Klein, die er am 25. Mai 1913 tötete. Nach einer langjährigen Pause häuften sich die Taten ab 1929: Er ermordete unter anderem die achtjährige Rosa Ohliger, den 54-jährigen Rudolf Scheer, die zwanzigjährige Maria Hahn, die fünfjährige Gertrud Hamacher, die vierzehnjährige Luise Lenzen, die 31-jährige Ida Reuter, die 22-jährige Elisabeth Dörrier und die fünfjährige Gertrud Albermann. Er setzte dabei Hammer, Dolch und Schere ein, verging sich an mehreren Opfern sexuell und legte zwischen 1925 und 1929 zusätzlich mindestens 24 Brände.
Festnahme
Ein fehlgeleiteter Brief, den er an eine überlebende Frau namens Maria Butlies geschrieben hatte, brachte die Polizei auf seine Spur. Er wurde am 24. Mai 1930 am Rochusmarkt in Düsseldorf festgenommen, nachdem seine eigene Ehefrau ihn wegen der ausgesetzten Belohnung angezeigt hatte.
Prozess
Der Prozess vor dem Schwurgericht begann am 13. April 1931 und dauerte zehn Tage. Er gestand neun Morde und sieben weitere Tötungsversuche, zog sein Geständnis zwischenzeitlich zurück, bestätigte es aber später erneut. Das Gericht verurteilte ihn wegen neunfachen Mordes zum Tode.
Hinrichtung und Nachwirkungen
Er wurde am 2. Juli 1931 in Köln durch das Fallbeil hingerichtet. Sein Fall gilt als einer der ersten, bei denen kriminalpsychiatrische Gutachten eine zentrale Rolle im Prozess spielten, und diente unter anderem als Vorlage für Fritz Langs Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder” (Affiliate-Link).
Dieser Fall zählt zu den in der Story Die schlimmsten Verbrecher Deutschlands versammelten Verbrechen.