Peter Hogg
- Aktive Jahre
- 1976
- Modus Operandi
- Erwürgen
Acht Jahre lang galt Margaret Hogg als spurlos verschwunden. Ihre Leiche lag die ganze Zeit auf dem Grund von Wast Water, dem tiefsten See Englands, in Fetalstellung mit einem Betonblock beschwert. Gefunden wurde sie 1984 nur durch Zufall, weil Taucher nach einer ganz anderen vermissten Frau suchten.
Werdegang
Peter Hogg war Linienpilot, neunzehn Jahre älter als seine Frau Margaret, die als Flugbegleiterin arbeitete. Das Paar heiratete am 11. November 1963 und lebte in Cranleigh in der englischen Grafschaft Surrey. Über die Jahre verschlechterte sich die Ehe zusehends. Margaret begann eine Affäre mit dem amerikanischen Bankier Graham Ryan, die sie kaum verbarg, sie stellte ihren Mann damit offen bloß.
Die Tat
Im Oktober 1976 kam es zwischen den Eheleuten zum Streit. Margaret schlug und trat ihren Mann, kratzte ihm das Gesicht auf. Peter Hogg packte sie am Hals und drückte zu, bis sie erstickte. Er wickelte die Leiche in einen Teppich, band sie mit Draht und Koaxialkabel zusammen, zog ihr eine Reinigungstüte über den Kopf und beschwerte das Bündel mit einem Betonblock. In derselben Nacht fuhr er von Surrey aus nach Norden in den Lake District und versenkte sie in Wast Water, mit 79 Metern der tiefste See Englands.
Der Fund
1983 durchsuchten Polizeitaucher den See nach der vermissten französischen Studentin Veronique Mireille Marre. Dabei fanden sie nichts, das mit diesem Fall zusammenhing. Erst im Februar 1984 stieß der Amateurtaucher Neil Pritt in 34 Metern Tiefe auf ein Bündel. Das kalte, sauerstoffarme Wasser hatte die Leiche durch Fettwachsbildung weitgehend konserviert. Ein eingravierter Ehering mit der Inschrift „Margaret 11.11.63 Peter” führte die Ermittler direkt zur Identität der Toten und zu ihrem Mann.
Prozess
Peter Hogg wurde am 4. März 1984 verhaftet. Vor dem Old Bailey in London bestritt er zunächst die Tat, gestand dann aber und schilderte den Streit als Notwehrsituation. Die Jury folgte dieser Einordnung teilweise: Sie sprach ihn vom Mordvorwurf frei, verurteilte ihn aber wegen Totschlags. Zusätzlich zur dreijährigen Haftstrafe für den Totschlag kamen je ein weiteres Jahr für die Behinderung der Coroner-Ermittlungen und für Meineid, den er während seines späteren Scheidungsverfahrens geleistet hatte.
Nachwirkungen
Peter Hogg verbüßte den Großteil seiner Strafe in einer offenen Vollzugsanstalt. Der Fall gilt als einer der bekanntesten britischen Beispiele dafür, wie ein Gewässer eine Leiche über Jahre nahezu unverändert konservieren kann, und wurde später mehrfach in Kriminalpodcasts und Lokalgeschichten des Lake District aufgegriffen.