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Peter Grupen

Das historische Rathaus von Itzehoe, dem Wohnort des Täters
Nightflyer, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
2
Opfer
hingerichtet
TotschlägerItzehoe , Deutschland
Aktive Jahre
1921
Modus Operandi
Erschießen

Peter Grupen, ein einarmiger Bauunternehmer und Kriegsgewinnler aus Oldenbüttel bei Itzehoe, erschoss am 14. Februar 1921 auf Schloss Kleppelsdorf in Schlesien seine zwölfjährige Stiefnichte Ursula Schade und seine sechzehnjährige Stieftochter Dorothea Rohrbeck. Der Fall sorgte im Deutschland der Weimarer Republik für großes Aufsehen, nicht zuletzt wegen eines mutmaßlichen Abschiedsbriefs der jüngeren der beiden Toten, der die Ermittlungen erheblich erschwerte.

Werdegang

Über seine frühen Jahre ist wenig überliefert. Als Bauunternehmer profitierte er von den wirtschaftlichen Umbrüchen der unmittelbaren Nachkriegszeit und galt in seinem Wohnort Oldenbüttel als vermögender, aber auch als zwielichtiger Mann. Zur Familie, in die er einheiratete, gehörten seine Stieftochter Dorothea und weitere Angehörige, unter ihnen die junge Ursula Schade.

Die Tat

Am 14. Februar 1921 wurden Ursula und Dorothea auf Schloss Kleppelsdorf in Schlesien erschossen aufgefunden. Er hatte sich in den Tagen zuvor bei der Familie im Schloss aufgehalten. Nach dem Fund der Leichen tauchte ein Brief auf, der offenbar von Ursulas Hand stammte und in dem sie die Verantwortung für die Tat auf sich nahm. Schriftsachverständige bestätigten zunächst die Echtheit der Handschrift, was die Ermittlungen zeitweise in eine völlig andere Richtung lenkte.

Ermittlung und Prozess

Erst weitere kriminaltechnische Untersuchungen und Zeugenaussagen führten die Ermittler zurück zu ihm. Die Anklage argumentierte, der Brief sei entweder erzwungen oder unter „hypnotischem Einfluss” verfasst worden, eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Theorie, die im Prozess breiten Raum einnahm. Er selbst beteuerte durchgehend seine Unschuld, unter anderem mit dem Satz „Ich bin völlig unschuldig!”. Am 5. Dezember 1921 wurde er festgenommen. Die Geschworenen sprachen ihn mit einer Mehrheit von mehr als sieben Stimmen des Doppelmordes an Ursula und Dorothea schuldig.

Nachwirkungen

Im Januar 1922 wurde er durch das Fallbeil hingerichtet. Die Umstände des Falls, insbesondere der nie vollständig aufgeklärte Ursprung des angeblichen Abschiedsbriefs und sein fehlender linker Arm als auffälliges äußeres Merkmal, machten den Doppelmord auf Schloss Kleppelsdorf zu einem der meistdiskutierten Kriminalfälle der frühen Weimarer Republik. Bis heute bleibt unklar, unter welchen genauen Umständen der Brief entstand und welche Rolle er tatsächlich bei der Tat spielte.