Pedro López
- Aktive Jahre
- 1978–1980
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgenVortäuschung von Hilfsbedürftigkeit
Als Überschwemmungen bei Ambato Kinderleichen freilegten, erkannten Ermittler das Ausmaß einer länderübergreifenden Mordserie. Pedro López, in der Presse „Monster der Anden” genannt, behauptete später, mehr als 300 Mädchen in Ecuador, Kolumbien und Peru getötet zu haben. Eine rechtswissenschaftliche Auswertung der erhaltenen Gefängnis- und Gerichtsakten belegt dagegen vier getrennte Mordurteile. Die viel größere Zahl beruht auf Geständnissen und zugeschriebenen Funden, nicht auf entsprechend vielen Schuldsprüchen.
Werdegang
Er wurde am 8. Oktober 1948 in der kolumbianischen Provinz Tolima als siebtes von 13 Kindern einer Wäscherin geboren, sein Vater war bereits vor seiner Geburt bei einem Überfall während der politischen Gewaltperiode „La Violencia” getötet worden. Nach eigenen späteren, teils widersprüchlichen Angaben wurde er im Alter von acht Jahren von zuhause verstoßen, lebte danach zeitweise obdachlos und will in dieser Zeit selbst sexuellen Missbrauch erlitten haben. Mit zehn Jahren zog er nach Bogotá, schloss sich Straßenbanden an und konsumierte Drogen. 1969 wurde er wegen Autodiebstahls zu sieben Jahren Haft im Gefängnis La Modelo verurteilt, dort wurde er von vier Mitgefangenen vergewaltigt und tötete daraufhin drei von ihnen mit einer selbstgefertigten Waffe, was ihm zwei zusätzliche Haftjahre einbrachte.
Kriminelle Aktivitäten
Nach seiner Entlassung 1978 lockte er Mädchen meist mit kleinen Geldbeträgen, Süßigkeiten oder vorgetäuschten Arbeitsangeboten an abgelegene Orte. Seine späteren Schilderungen zu Missbrauch, Erdrosselung und dem Umgang mit den Leichen gehören zu seinen Geständnissen und lassen sich nicht für jede behauptete Tat unabhängig bestätigen. Ein Fluttag im April 1980 spülte in der Nähe von Ambato vier Kinderleichen mit Würgemalen frei, was die zunächst ins Stocken geratenen Ermittlungen neu belebte.
Ermittlung und Festnahme
Im März 1980 hielten Marktleute ihn in Ambato fest, nachdem er versucht hatte, ein Mädchen fortzulocken. In der Untersuchungshaft gestand er zahlreiche Tötungen und führte Ermittler zu Grabstellen. Zeitgenössische Berichte und spätere Darstellungen nennen dabei stark voneinander abweichende Zahlen. Die Funde belegen deshalb weder seine Behauptung von mehr als 300 Taten noch eine gerichtlich bestätigte Opferzahl von 53.
Prozess
Die erhaltenen Unterlagen nennen vier Verurteilungen: wegen der Tötungen von Amparo León Gómez, Rosario Morocho Masabamda, Vilma Margoth Punina Chicaiza und Aidé Chinga Moreira. Verschiedene Gerichte verhängten jeweils 16 Jahre, nach dem damaligen ecuadorianischen Recht wurden diese Strafen jedoch zu einer einzigen Höchststrafe von 16 Jahren zusammengezogen. Für 53 oder gar mehr als 300 Morde wurde Pedro López nicht verurteilt.
Nachwirkungen
Er kam am 31. August 1994 nach 14 Jahren Haft, um zwei Jahre wegen guter Führung verkürzt, frei und wurde umgehend nach Kolumbien abgeschoben, wo Familien der Opfer Kopfgelder auf ihn ausgesetzt hatten. 1995 wurde er dort für unzurechnungsfähig erklärt, 1998 als „geheilt” wieder entlassen. Im Februar 1998 tauchte er nach einer Anhörung unter, seitdem gilt er als flüchtig. Zuletzt wurde er am 22. September 1999 bei der kolumbianischen Meldebehörde unter einer falschen Identität registriert. 2005 hob Interpol eine 2002 ausgestellte Fahndung wieder auf, nachdem eine nicht identifizierte Leiche vorschnell als seine ausgegeben worden war, sein tatsächlicher Verbleib bleibt bis heute ungeklärt.