Paul Stephen Clinton
- Aktive Jahre
- 1989
- Modus Operandi
- BrandstiftungKomplizenGeiselnahme
Vier junge Männer sollten dem Anführer beim Raub einer Londoner Spielhalle helfen und verschwinden, sobald es brenzlig wurde. Drei von ihnen liefen tatsächlich weg, als die Geiseln gefesselt waren. Nur einer blieb: ein 17-Jähriger namens Paul Stephen Clinton.
Werdegang
Über sein Leben vor der Tat ist wenig bekannt. Geboren am 19. Oktober 1971, war er zum Tatzeitpunkt im August 1989 gerade 17 Jahre alt, gehörte damit noch zur jüngeren der insgesamt fünf an dem Raub beteiligten Personen.
Die Tat
In der Nacht des 2. August 1989 rekrutierte Victor Castigador, ein philippinischer Angestellter mit einem persönlichen Groll gegen seinen Arbeitgeber, vier junge Helfer, um eine Amusement Arcade in Soho auszurauben. Kurz nach Geschäftsschluss drangen sie ein und zwangen den Filialleiter, die Kassiererin und zwei Sicherheitsangestellte mit vorgehaltener Waffe, den Safe zu öffnen. Als es darum ging, die vier Geiseln in einen Sicherheitskäfig zu sperren, verließen drei der jungen Komplizen fluchtartig den Tatort. Clinton blieb.
Gemeinsam mit dem Anführer fesselte er die vier Gefangenen, übergoss sie mit weißem Spiritus und warf ein brennendes Streichholz in den Käfig. Die Beute belief sich auf gerade einmal 9.000 Pfund. Die beiden sri-lankischen Sicherheitsangestellten, Ambikaipahan Apapayan (21) und Kandiahkanapathy Vinayagamoorthy (28), starben an den Folgen von Verbrennungen und Rauchgasvergiftung. Der Filialleiter und die Kassiererin überlebten mit schwersten Brandverletzungen an rund einem Drittel ihrer Körperoberfläche.
Prozess und Urteil
Im Februar 1990 stand Paul Stephen Clinton gemeinsam mit Victor Castigador wegen zweifachen Mordes, zweifachen versuchten Mordes und Raubes vor Gericht. Das Gericht berücksichtigte sein jugendliches Alter zur Tatzeit und verurteilte ihn zu 20 Jahren Haft, deutlich weniger als die lebenslange Strafe, die den Haupttäter traf. Eine 2003 eingelegte Berufung gegen die Höhe der Strafe wies das Gericht ab.
Nachwirkungen
Was aus Paul Stephen Clinton nach Verbüßung seiner Strafe wurde, ist öffentlich nicht dokumentiert. Sein Komplize Victor Castigador sitzt bis heute eine lebenslange Freiheitsstrafe ab, nachdem sein ursprüngliches Urteil später verschärft worden war.