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Paul Dyson

Straße im Zentrum von Kingston upon Hull, der Stadt, in der Paul Dyson und Joanne Nelson lebten
Ian S, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
frei
TotschlägerHull , Großbritannien
Aktive Jahre
2005
Modus Operandi
Erwürgen

Während vor laufenden Kameras nach seiner vermissten Verlobten gesucht wurde, fiel einem Ermittler etwas Kleines auf: zwei halbmondförmige Kratzer an den Daumen des Mannes, der die Suche selbst mitorganisierte. Es waren die klassischen Verletzungsspuren, die entstehen, wenn ein Opfer sich beim Erwürgen gegen die eigenen Hände seines Angreifers wehrt. Der Mann war Paul Dyson, und die vermisste Frau, Joanne Nelson, lag zu diesem Zeitpunkt längst tot in einem Waldstück, mehr als 150 Kilometer von zu Hause entfernt.

Werdegang

Paul Dyson wurde im August 1974 geboren und lebte im Stadtteil West Hull in Kingston upon Hull, einer Hafenstadt an der Ostküste Englands. Mit der 22-jährigen Joanne Nelson führte er eine Beziehung, die von außen unauffällig wirkte, die beiden waren verlobt und planten offenbar eine gemeinsame Zukunft.

Die Tat

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 2005 gerieten die beiden nach einem Streit über die Hausarbeit, konkret über liegen gebliebene Wäsche, aneinander. Paul Dyson erwürgte Joanne Nelson mit bloßen Händen. Anschließend wickelte er die Leiche in Müllsäcke, verstaute sie im Kofferraum seines Wagens und fuhr rund 150 Kilometer weit in ein Waldgebiet bei York, wo er sie versteckte.

Ermittlung und Festnahme

Statt zu fliehen, meldete Paul Dyson seine Verlobte als vermisst und trat sogar in einem Fernsehappell auf, um öffentlich um Hinweise zu bitten, eine Inszenierung, die ihm zunächst Mitgefühl einbrachte. Detective Superintendent Ray Higgins bemerkte während dieses Auftritts die charakteristischen Kratzspuren an seinen Daumen und schöpfte Verdacht. Die anschließende Suche mit hunderten Polizeikräften dauerte sechs Wochen, bis die Leiche gefunden wurde. Vier Tage nach der Vermisstenmeldung wurde Paul Dyson festgenommen.

Prozess

Zunächst bekannte sich Paul Dyson lediglich der fahrlässigen Tötung schuldig, änderte sein Geständnis jedoch am ersten Verhandlungstag zu vollem Mordgeständnis. Am 8. November 2005 verurteilte ihn das Hull Crown Court zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 16 Jahren.

Nachwirkungen

Nach 14 Jahren Haft wurde Paul Dyson in ein offenes Gefängnis verlegt, was bei der Familie von Joanne Nelson auf scharfe Kritik stieß. Anfang 2022, gut siebzehn Jahre nach der Tat, wurde er vom Parole Board zur Entlassung freigegeben und verließ die Haft als freier Mann. Der Fall bleibt in Hull bis heute in Erinnerung, nicht zuletzt wegen der öffentlichen Suchaktion, mit der der Täter selbst über Wochen von der eigenen Tat ablenkte.