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Paul Bernardo

genannt „Ken-und-Barbie-Killer"

Ansichten von St. Catharines, Ontario, wo Paul Bernardo und Karla Homolka lebten und zwei ihrer Opfer töteten
Matt0401, via Wikimedia Commons · Public Domain
3
Opfer
„Ken-und-Barbie-Killer"
inhaftiert
SerienmörderSt. Catharines , Kanada
Aktive Jahre
1990–1992

Ohne die Aussage seiner Frau fehlte der kanadischen Justiz zunächst der entscheidende Beleg, um Paul Bernardo wegen Mordes anzuklagen. Der Bericht des kanadischen Justizministeriums dokumentiert, wie die Aussage von Karla Homolka 1995 zu zwei Mordschuldsprüchen führte. Das Paar war außerdem am Tod ihrer 15-jährigen Schwester Tammy beteiligt, und Paul Bernardo verübte ab 1987 zahlreiche sexuelle Angriffe im Raum Toronto.

Werdegang

Er wuchs in Scarborough, einem Vorort von Toronto, in zerrütteten Familienverhältnissen auf, sein Vater beging sexuellen Missbrauch und Voyeurismus, seine Mutter litt unter Depressionen. Als er mit 16 Jahren erfuhr, dass sein leiblicher Vater ein anderer Mann war, wurde sein Verhältnis zur Mutter offen feindselig. 1987 lernte er auf einer Messe Karla Homolka kennen, die ihn nach eigenen späteren Aussagen der Ermittler in seinen sadistischen sexuellen Neigungen bestärkte. Die beiden heirateten 1991.

Taten

Zwischen 1987 und 1990 verübte er eine Serie eskalierender sexueller Übergriffe im Raum Toronto, meist an jungen Frauen in der Nähe von Bushaltestellen. Am 23. Dezember 1990 betäubten er und seine Frau deren 15-jährige Schwester Tammy mit einem aus ihrer Arbeitsstelle als Tierarzthelferin gestohlenen Betäubungsmittel und vergewaltigten sie, wobei sie an ihrem Erbrochenen erstickte. Der Fall wurde als Unfalltod eingestuft.

Im Juni 1991 entführte das Paar die 14-jährige Leslie Mahaffy, folterte und vergewaltigte sie über mehrere Tage, bevor sie getötet wurde. Ihre zerstückelte Leiche wurde in Betonblöcken eingegossen und in einem See versenkt. Am 16. April 1992 entführten sie die 15-jährige Kristen French, hielten sie mehrere Tage gefangen und missbrauchten sie, bevor er sie erwürgte.

Ermittlung und Festnahme

Im Januar 1993 zeigte sie ihren Mann wegen häuslicher Gewalt an. Im Februar 1993 bestätigte ein DNA-Abgleich seine Beteiligung an den Scarborough-Vergewaltigungen, am 17. Februar 1993 wurde er festgenommen. Sein Anwalt Ken Murray fand belastende Videoaufnahmen der Taten, hielt sie jedoch 17 Monate lang zurück, was den Prozess erheblich erschwerte.

Prozess

1995 wurde er unter anderem wegen zweifachen Mordes ersten Grades sowie schwerer sexueller Nötigung schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung vor Ablauf von 25 Jahren verurteilt. Zusätzlich wurde er als „gefährlicher Straftäter” eingestuft, was eine Entlassung faktisch ausschließt.

Nachwirkungen

Paul Bernardo sitzt bis heute in Haft, zuletzt im La-Macaza-Gefängnis in Québec. Anträge auf Bewährung wurden 2018, 2021 und 2024 abgelehnt, psychiatrische Gutachten bescheinigen ihm Psychopathie und sexuellen Sadismus bei geringer Einsicht in seine Taten. Der Fall gilt bis heute als einer der prägendsten der kanadischen Kriminalgeschichte.

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