Patrick Tissier
- Aktive Jahre
- 1971–1993
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgen
Am 13. September 1993 holte Patrick Tissier die achtjährige Karine Volckaert von der Schule ab. Acht Tage später führte er die Polizei zu ihrem Körper in einem verlassenen Brunnen. Der bereits zweimal verurteilte Sexualstraftäter hatte nach seiner letzten Haftentlassung erneut getötet, wie der zeitgenössische Bericht von Le Monde dokumentiert.
Werdegang
Patrick lebte in verschiedenen Städten Südfrankreichs und näherte sich seinen späteren Opfern häufig über soziale oder religiöse Netzwerke an. Als er sich 1992 in Perpignan niederließ, schloss er sich der dortigen Mormonengemeinde an und gewann so das Vertrauen der Familie von Karine Volckaert, ohne dass diese von seiner kriminellen Vorgeschichte wusste.
Die Taten
Am 1. Mai 1971 tötete er in Bourges seine 18-jährige Freundin Marie-Françoise Pinson und missbrauchte ihren Körper. Das Schwurgericht des Départements Cher verurteilte ihn dafür bereits 1972 zu 20 Jahren Haft, wie Le Monde beim späteren Prozess berichtete. Nach einer Flucht während eines Hafturlaubs vergewaltigte er 1982 in Toulouse eine Frau und erhielt 1985 eine weitere Strafe.
Am 6. August 1993 vergewaltigte und tötete er in Perpignan seine Nachbarin Concetta Lemma. Am 10. September überfiel er seine Bekannte Marie-José Gauze, vergewaltigte sie und versuchte, sie zu erwürgen, sie überlebte. Drei Tage später entführte er Karine Volckaert, vergewaltigte und tötete das Kind und verbarg den Körper in einem Brunnen bei Cabanes-de-Fitou im Département Aude.
Ermittlung und Festnahme
Nachbarn hatten sein Auto am Tag der Entführung vor der Schule gesehen. Am 21. September 1993 erkannte ein Tankstellenmitarbeiter den Gesuchten, nach einer Verfolgungsfahrt nahm die Polizei ihn bei Montpellier fest. Wenig später gestand er und wies den Ermittlern den Weg zu dem Brunnen. Zwei Jahre nach seiner Festnahme gestand er auch den Mord an Concetta Lemma.
Prozess und Nachwirkungen
Das Schwurgericht der Pyrénées-Orientales verurteilte ihn am 30. Januar 1998 wegen der beiden Morde von 1993 sowie des überlebten Angriffs zu lebenslanger Haft mit einer Sicherheitsfrist von 30 Jahren. Das Institut national de l’audiovisuel ordnet ein, wie der Fall die französische Debatte über lebenslange Strafen veränderte. Seit September 2023 darf Patrick Tissier eine bedingte Entlassung beantragen. Nach einem Bericht von Le Dauphiné Libéré verbüßte er im Mai 2026 weiterhin seine lebenslange Strafe.