Patrick Kearney
- Aktive Jahre
- 1962–1977
- Modus Operandi
- ErschießenZerstückelungVergewaltigung
Zerstückelte Leichen in Müllsäcken lagen an Straßen in Südkalifornien, bis Patrick Wayne Kearney im Juli 1977 zur Polizei ging. Er bekannte sich später in 21 Mordfällen schuldig und entging durch die Absprachen mit der Staatsanwaltschaft der Todesstrafe. Ein Rückblick der Los Angeles Times bestätigt den Umfang der Schuldbekenntnisse und ordnet die Taten neben die unabhängigen Serien von William Bonin und Randy Steven Kraft ein.
Werdegang
Er wuchs in geordneten, gehobenen Verhältnissen auf, sein Vater arbeitete als Polizeibeamter beim Los Angeles Police Department. Nach dem Schulabschluss 1957 verbrachte er kurze Zeit in Dallas, kehrte dann nach Kalifornien zurück. 1958 diente er bei der US Air Force in Texas, wo er David Hill kennenlernte, der später über Jahre sein Mitbewohner wurde. Nach seiner ehrenhaften Entlassung 1961 arbeitete er zunächst in verschiedenen Jobs, später als Ingenieur beim Rüstungskonzern Hughes Aircraft.
Taten
Nach eigenem Geständnis beging er seinen ersten Mord bereits im Frühjahr 1962: Er lockte einen 19-Jährigen auf dem Motorrad in ein abgelegenes Gebiet nahe Indio, erschoss ihn und verging sich postmortal an der Leiche. In den folgenden anderthalb Jahrzehnten wiederholte sich dieses Muster: Er sprach junge Männer und Jugendliche in Bars oder an Ausfallstraßen an, erschoss sie meist während der Autofahrt mit einem Schuss in die Schläfe, missbrauchte die Leichen sexuell und zerlegte sie anschließend mit einer Säge, bevor er die Teile in Müllsäcken an verschiedenen Orten entlang der Highways entsorgte. Zu den namentlich bekannten Opfern zählen der erst fünfjährige Ronald Dean Smith, der achtjährige Merle „Hondo” Chance und der dreizehnjährige Michael Craig McGhee, daneben mehrere Jugendliche und junge Männer bis Ende zwanzig. Sein Mitbewohner David Hill war nach Ermittlungsergebnissen an den Morden selbst nicht beteiligt, half aber offenbar unwissentlich mit, als er dem späteren Opfer John Otis LaMay die Adresse des Hauses gab.
Ermittlung und Festnahme
Am 18. März 1977 wurde LaMays Leiche gefunden. Ermittler sicherten bei einer ersten Hausdurchsuchung Teppichfasern, die mit grünen Fäden am Klebeband der Müllsäcke übereinstimmten. Eine weitere Durchsuchung im Mai 1977 lieferte Schamhaarproben, die mit an LaMays Leiche gefundenen Spuren übereinstimmten. Am 3. Juni 1977 erließ die Polizei Haftbefehl gegen ihn, am 1. Juli 1977 stellte er sich beim Sheriff’s Office von Riverside County.
Geständnis und Prozess
Er legte ein umfassendes Geständnis ab, zunächst zu 28 Morden, später zu weiteren sieben. Um der Todesstrafe zu entgehen, willigte er in eine Absprache mit der Staatsanwaltschaft ein: Am 21. Dezember 1977 bekannte er sich in drei Fällen schuldig und erhielt eine erste lebenslange Haftstrafe, im Februar 1978 folgte ein Schuldbekenntnis in 18 weiteren Fällen mit einer zweiten lebenslangen Haftstrafe. Insgesamt summierten sich daraus 21 aufeinanderfolgende lebenslange Haftstrafen.
Nachwirkungen
Er sitzt seine Haftstrafen bis heute im Mule Creek State Prison in Kalifornien ab. Der Fall zählt zu den folgenreichsten Serienmordfällen Südkaliforniens der 1970er Jahre und wird in der kriminologischen Forschung häufig neben dem zeitgleich aktiven William Bonin behandelt, mit dem er trotz unabhängigen Vorgehens durch den gemeinsamen Beinamen „Freeway Killer” bis heute gelegentlich verwechselt wird.