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Patrick Byrne

Straßenkreuzung im Birmingham Stadtteil Edgbaston, wo das Wohnheim der Tat lag
Adrian Bailey, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Eine handschriftliche Notiz neben der Leiche lautete: „This is the thing I thought would never happen.“ Der Satz stammte von einem irischen Bauarbeiter, der zwei Tage vor Weihnachten 1959 in einem Wohnheim für junge Frauen in Birmingham eine 29-Jährige erwürgt, enthauptet und verstümmelt hatte. Der Fall erschütterte die Stadt und mündete in eine der größten Fahndungsaktionen der britischen Nachkriegszeit, gelöst wurde er trotzdem eher durch Zufall als durch Ermittlungsarbeit.

Werdegang

Patrick Byrne wurde Anfang der 1930er Jahre in Irland geboren und arbeitete als Bauarbeiter, zuletzt in Warrington nahe Liverpool. Zuvor hatte er zeitweise in einem Wohnheim in Birmingham gewohnt, das an ein Hostel für junge berufstätige Frauen grenzte. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig bekannt, ein späteres psychiatrisches Gutachten beschrieb ihn als aggressiven Psychopathen mit einer langen Geschichte sexueller Abnormität, der unter zwanghaften, gewalttätigen Fantasien gegenüber Frauen litt.

Die Tat

In der Nacht auf den 23. Dezember 1959 beobachtete er durch ein Fenster die 29 Jahre alte Stenotypistin Stephanie Baird in ihrem Zimmer im YWCA-Wohnheim Edencroft in der Wheeleys Road im Stadtteil Edgbaston. Er verschaffte sich Zugang zum Gebäude, erwürgte die junge Frau, sperrte die Zimmertür von innen ab und verstümmelte den Leichnam anschließend mit einem Küchenmesser. Am Tatort hinterließ er handschriftliche Zeilen, die seine eigene Tat mit den Worten kommentierten, er habe nie geglaubt, dazu fähig zu sein.

Ermittlung und Festnahme

Die Polizei stand vor einem der größten Fahndungseinsätze, die Birmingham bis dahin gesehen hatte: Über 20.000 Männer wurden befragt, rund 50.000 Aussagen protokolliert. Erst im Februar 1960, mehrere Wochen nach der Tat, klopften Ermittler aus einem anderen Zusammenhang an seine Tür in Warrington. Er öffnete selbst, wirkte bei der Aufforderung zur Abgabe von Fingerabdrücken sichtlich nervös und gestand kurz darauf detailliert die Tat.

Prozess und Urteil

Im März 1960 sprach ihn ein Geschworenengericht am Birmingham Assizes Court des Mordes für schuldig, das Strafmaß lautete lebenslange Haft. Die Verteidigung stützte sich auf verminderte Schuldfähigkeit, gestützt auf das psychiatrische Gutachten über seine zwanghafte Störung. Im Juli 1960 gab ein Berufungsgericht diesem Argument recht und wandelte den Schuldspruch von Mord in Totschlag um, an der Höhe der Strafe änderte das nichts.

Nachwirkungen

Patrick Byrne verbüßte mehr als drei Jahrzehnte, ehe er 1993 unter Auflagen aus der Haft entlassen wurde. 1999 widerrief die Justiz die Bewährung und schickte ihn zurück ins Gefängnis, Einzelheiten zu diesem späteren Verstoß sind nicht dokumentiert. Was danach aus ihm wurde, ob er inzwischen gestorben ist oder noch lebt, ließ sich in keiner zugänglichen Quelle klären, sein Fall blieb in Birmingham dennoch über Jahrzehnte als eine der brutalsten Taten der Stadtgeschichte in Erinnerung.