Patrice Alègre
- Aktive Jahre
- 1989–1997
- Modus Operandi
- VergewaltigungErwürgen
Eine Frau überlebte im Februar 1997, nachdem Patrice Alègre sie vergewaltigt und zu erwürgen versucht hatte. Ihre Aussage führte die Ermittler zu dem Mann, den das Schwurgericht von Haute-Garonne 2002 wegen fünf Morden, sechs Vergewaltigungen und eines Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilte. Die zeitgenössische Prozessvorschau von La Dépêche du Midi trennt diese abgeurteilten Taten von späteren, nicht bewiesenen Verdachtsfällen.
Werdegang
Über die Kindheit und Jugend des Täters ist wenig gesichert überliefert. Als Erwachsener arbeitete er zeitweise als Barmann in Lokalen im Umfeld der Bahnhöfe von Toulouse, wo er auch seine späteren Opfer kennenlernte. Nach außen wirkte er unauffällig, was es den Ermittlern über Jahre erschwerte, ihn mit den ungeklärten Mordfällen der Stadt in Verbindung zu bringen.
Taten
Zwischen 1989 und 1997 tötete er mindestens fünf Frauen:
- Valérie Tarriote, 22 Jahre, im Februar 1989 in Toulouse
- Laure Martinet, 19 Jahre, in der Nacht zum 25. Januar 1990 bei Bonrepos-Riquet
- Martine Matias, 29 Jahre, im Februar 1997 in Toulouse
- Mireille Normand, 35 Jahre, am 19. Juni 1997 in ihrem Chalet in Verdun
- Isabelle Chicherie, 28 Jahre, im September 1997 in Paris
Sein Vorgehen folgte dabei einem wiederkehrenden Muster: Er suchte in Bars und an Bahnhöfen Kontakt zu Frauen und reagierte auf Zurückweisung mit Gewalt. Lehnten die Frauen seine Annäherungen ab, schlug er sie, fesselte ihnen die Hände, vergewaltigte sie und erwürgte sie anschließend. Nach eigenen späteren Aussagen tötete er vor allem in Phasen starken Alkoholkonsums.
Ermittlung und Festnahme
Die einzelnen Taten wurden zunächst nicht miteinander in Verbindung gebracht, da sie über acht Jahre und mehrere Orte verteilt lagen. Den entscheidenden Hinweis lieferte Schmuck eines der Opfer, der bei einer Durchsuchung in seinem Besitz gefunden wurde. Am 5. September 1997 wurde er in Paris festgenommen.
Prozess
Der Prozess vor dem Schwurgericht in Toulouse begann im Februar 2002. Am 21. Februar 2002 wurde er wegen fünffachen Mordes, sechs Vergewaltigungen und eines Mordversuchs zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 22 Jahren verurteilt.
Während der Ermittlungen und des Prozesses beschuldigten zwei ehemalige Prostituierte ihn, als Handlanger in einem Menschenhandelsring tätig gewesen zu sein, und nannten dabei unter anderem den früheren Bürgermeister von Toulouse und einen Staatsanwalt als angeblich Beteiligte. Die Vorwürfe gegen beide Männer wurden 2005 fallengelassen, prägten die öffentliche Wahrnehmung des Falls in Frankreich aber über Jahre.
Nachwirkungen
Nach Ablauf seiner 22-jährigen Mindestverbüßungszeit stellte Patrice Alègre 2019 einen ersten Antrag auf Bewährung, über den in den folgenden Jahren wiederholt öffentlich diskutiert wurde. Er sitzt weiterhin in Haft.