Ondrej Rigo
- Aktive Jahre
- 1990–1992
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltEinbruchNekrophilie
Socken über den Händen sollten Ondrej Rigo vor Fingerabdrücken schützen. Blut, Sperma und weitere Spuren verbanden ihn dennoch mit neun Morden in München, Amsterdam und Bratislava. Die slowakische Zeitung Pravda bestätigt die neun Mordschuldsprüche, die lebenslange Strafe und seinen Tod in Haft am 14. Juni 2022.
Werdegang
Sein Vater starb bei einem Einbruch, als Ondrej Rigo selbst noch ein Kind war. Er wuchs zunächst in einem Kinderheim und später in einer Erziehungsanstalt auf, mit 14 Jahren kam er in eine Jugendbesserungsanstalt. Bereits in jungen Jahren fiel er wegen Wohnungseinbrüchen auf. Als Erwachsener arbeitete er unter anderem als Heizer im Kesselhaus einer Zeitungsredaktion und in Krankenhäusern, zuletzt als Garderobier im Hotel Carlton am Hviezdoslavovo námestie in Bratislava.
Die Taten
Zwischen dem 8. Juni 1990 und dem 4. März 1992 drang er nachts oder in den frühen Morgenstunden über Fenster oder Balkone in Erdgeschosswohnungen ein, in denen meist schlafende Frauen lebten. Um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, trug er dabei Socken über den Händen. Mit einer Eisenstange, einem Holzknüppel oder einem Stein schlug er seinen Opfern auf den Kopf.
Zu seinen Opfern zählten unter anderem die 40-jährige Helena S., getötet am 8. Juni 1990 in München, die 28-jährige Ilka Z., getötet am 1. August 1990 ebenfalls in München, sowie die 58-jährige Maria van der W., getötet am 27. September 1990 in Amsterdam. In Bratislava tötete er unter anderem die 88-jährige Terézia R. im Oktober 1990, im Januar 1991 die 40-jährige Anna P. gemeinsam mit deren 15-jährigem Sohn Juraj N., im selben Monat die 79-jährige Helena N., im Juli 1991 die 22-jährige Henrieta O. sowie am 4. März 1992 schließlich die 67-jährige Matilda U. Eine weitere Frau, die 31-jährige Jana B., überlebte einen Angriff am 9. Januar 1991.
Er war nach forensischer Einschätzung nekrophil: Er empfand sexuelle Erregung beim Anblick der von ihm am Kopf verstümmelten Leichen seiner Opfer. Diagnostiziert wurden zudem eine schizoide und eine dissoziale Persönlichkeitsstörung.
Festnahme und Prozess
Nur wenige Stunden nach seiner letzten Tat wurde er am 4. März 1992 von der slowakischen Kriminalpolizei am Hotel Carlton festgenommen, wo er als Garderobier arbeitete. Das Stadtgericht Bratislava verurteilte ihn am 7. Dezember 1994 wegen neun Morden und eines Mordversuchs zu lebenslanger Haft. Die Gerichtsreportage der Lidové noviny beschreibt die DNA-Beweise und die Begründung des Strafsenats.
Nachwirkungen
Ondrej Rigo verbüßte seine Strafe zunächst in der Justizvollzugsanstalt Ilava und später in Leopoldov, zwei der am strengsten gesicherten Gefängnisse der Slowakei. Er starb am 14. Juni 2022 im Alter von 66 Jahren im Gefängniskrankenhaus in Trenčín, ohne dass die Behörden eine genaue Todesursache öffentlich machten. Da sich keine Angehörigen meldeten, wurde er auf Kosten des Staates bestattet.