Norman Elliott
- Aktive Jahre
- 1928
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltErstechen
Sterbend wirft ein niedergestochener Bankangestellter noch einen Papierbeschwerer aus dem Fenster seiner Filiale, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Schuhmachermesser mit ungewöhnlicher amerikanischer Prägung liegt neben ihm. Der Mann, der die Tat beging, war ein junger Pfleger, gerade erst verheiratet, und wurde binnen weniger Monate am Galgen von Durham hingerichtet.
Werdegang
Norman Elliott wurde 1905 geboren und arbeitete als Pfleger in der Nervenheilanstalt von Winterton bei Sedgefield in der englischen Grafschaft Durham. Im Januar 1928, nur einen Monat vor seiner Tat, hatte er Elizabeth geheiratet, die Tochter des Wirts vom Turk’s Head Pub im nahen Kelloe, und war mit ihr dort eingezogen.
Die Tat
Am 16. Februar 1928 betrat Norman Elliott, offenbar in akuter Geldnot, die Ferryhill-Filiale der Lloyds Bank kurz vor Geschäftsschluss. Er schlug den Bankangestellten William Byland Abbey mit einem stumpfen Gegenstand nieder und stach ihm anschließend mit einem Schuhmachermesser in den Hals, bevor er rund 200 Pfund erbeutete. Noch sterbend gelang es dem Bankangestellten, einen Papierbeschwerer aus dem Fenster zu werfen, Passanten, die zu Hilfe eilten, sagte er, ein großer Mann habe die Tat begangen. Das Messer, das man neben ihm fand, trug den ungewöhnlichen Aufdruck „Made in U.S.A., South Bridge, Mass.“ auf dem schwarzen Griff.
Ermittlung und Prozess
In seiner Verteidigung vor dem Durham Assizes-Gericht behauptete Norman Elliott, ein unbekannter, spielsüchtiger Mann sei der wahre Täter gewesen, die Polizei konnte diese Person jedoch trotz intensiver Ermittlungen nie ausfindig machen. Seine junge Frau besuchte ihn während des Prozesses regelmäßig in der Todeszelle, im Juni 1928 brachte sie dort ihr gemeinsames Kind zur Welt und zeigte es ihm.
Hinrichtung
Norman Elliott wurde am 10. August 1928 im Gefängnis von Durham von Thomas Pierrepoint und Robert Wilson gehängt. Er war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre alt.
Nachwirkungen
Der Fall reiht sich in eine kleine Serie ungelöster und aufgeklärter Gewaltverbrechen im County Durham der 1920er Jahre ein: Bereits vier Jahre zuvor, nur zwei Meilen entfernt, war der Schuhmacher Philip Nash Gee unter ganz ähnlichen Umständen erschlagen und beraubt worden, jener Mord blieb bis heute ungeklärt. Norman Elliotts Tat dagegen wurde rasch aufgeklärt und noch im selben Jahr gesühnt.