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Nordine Amrani

Die Place Saint-Lambert in Lüttich, Schauplatz des Angriffs von 2011
Wikimedia Commons / Valérie VM · CC BY-SA 3.0
6
Opfer
Suizid
AmokläuferLüttich , Belgien
Aktive Jahre
2011

Nordine Amrani, geboren am 15. November 1978 in Ixelles bei Brüssel als Sohn marokkanischer Einwanderer, warf am 13. Dezember 2011 auf dem zentralen Platz Place Saint-Lambert in Lüttich mehrere Handgranaten in eine Menschenmenge und schoss anschließend mit einem Sturmgewehr um sich. Sechs Menschen starben, darunter ein Kleinkind, bevor er sich selbst erschoss.

Werdegang

Nach dem frühen Verlust seiner Eltern wuchs er in Pflegefamilien auf. Er arbeitete zeitweise als Schweißer, geriet aber schon früh mit dem Gesetz in Konflikt: Es folgten Verurteilungen wegen Waffenbesitzes, Drogenhandels und 2003 wegen Vergewaltigung. Im September 2008 wurde er zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, nachdem bei einer Durchsuchung seiner Wohnung zehn Schusswaffen, rund 9.500 Waffenteile und große Mengen Munition gefunden worden waren. Im Oktober 2010 kam er vorzeitig auf Bewährung frei.

Am Tattag sollte er sich wegen eines weiteren Vergewaltigungsvorwurfs bei der Staatsanwaltschaft Lüttich melden.

Die Tat

Am Morgen des 13. Dezember 2011 erschoss er zunächst eine 45-jährige Nachbarin, die als Putzfrau arbeitete, in ihrer Wohnung mit einem Kopfschuss. Kurz nach der Mittagszeit begab er sich zur Place Saint-Lambert im Zentrum Lüttichs, einem belebten Platz mit einer Bushaltestelle, und warf drei Handgranaten in die wartende Menschenmenge. Gleichzeitig schoss er mit einem Sturmgewehr des Typs FN FAL auf Passanten.

Unter den Todesopfern waren:

Rund 124 weitere Menschen wurden verletzt. Nach der Tat erschoss sich Amrani selbst mit einem Revolver an der Örtlichkeit.

Ermittlung und Reaktionen

Da der Täter direkt am Tatort starb, gab es keinen Prozess. Die belgischen Behörden gerieten in der Folge in die Kritik, weil er trotz seiner Vorstrafen und des laufenden neuen Vergewaltigungsverfahrens frei zugänglich Waffen und Munition beschaffen konnte. Angehörige der Opfer verklagten den belgischen Staat wegen mutmaßlicher Versäumnisse bei der Überwachung des vorbestraften Mannes.

Nachwirkungen

Der Anschlag von Lüttich gilt als einer der folgenreichsten Amokläufe in der belgischen Geschichte und führte zu einer öffentlichen Debatte über die Kontrolle von Haftentlassenen mit Waffenbezug. Nordine Amrani selbst hinterließ keine schriftliche Erklärung seiner Motive, aus den Umständen des Tages wird jedoch ein Zusammenhang mit dem drohenden neuen Strafverfahren vermutet. Mehr zum Tathergang und den Opfern in der Schlagzeile Amoklauf von Lüttich: Sechs Tote durch Granaten und Schüsse.