← Zum Verzeichnis

Nizamodeen Hosein

genannt „M3"

Getreidefeld bei Stocking Pelham in Hertfordshire, nahe Rooks Farm
Bikeboy / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
„M3"
frei
Mörder — Stocking Pelham , Großbritannien
Aktive Jahre
1969

Über fünfzig Jahre nach der Tat erklärte ein alter Mann in Trinidad, wo die Leiche der Frau vergraben liege, die er als junger Erwachsener zusammen mit seinem Bruder entführt hatte. Bis heute hat diese Aussage die Leiche nicht zu Tage gefördert, aber sie machte den Fall Muriel McKay noch einmal zu einer Schlagzeile, fünf Jahrzehnte nach einer der spektakulärsten Erpressungen der britischen Kriminalgeschichte.

Werdegang

Nizamodeen Hosein wurde 1948 in Dow Village auf Trinidad geboren, als jüngerer Bruder von Arthur Hosein. Im August 1969 holte ihn sein älterer Bruder nach England, wo er auf dessen Rooks Farm bei Stocking Pelham in Hertfordshire als Landarbeiter half. Arthur, der die Farm mit geliehenem Geld gekauft hatte und tief verschuldet war, sah im Oktober 1969 ein Fernsehinterview mit dem Medienmogul Rupert Murdoch und entwickelte daraus einen Entführungsplan, in den er seinen jüngeren Bruder hineinzog.

Die Tat

Die Brüder wollten Murdochs Ehefrau Anna entführen und Lösegeld erpressen. Sie folgten einem chauffeurgefahrenen Rolls-Royce bis zu einem Haus in der Arthur Road in Wimbledon, ohne zu wissen, dass Murdoch den Wagen nur an seinen Stellvertreter Alick McKay verliehen hatte. Am 29. Dezember 1969 entführten sie dessen Frau Muriel, eine 55-jährige Hausfrau, die mit der Sache nichts zu tun hatte. Über die nächsten 40 Tage forderte ein Anrufer mit dem Decknamen „M3” wiederholt ein Lösegeld von einer Million Pfund, dessen Stimme später mit der von Nizamodeen abgeglichen wurde. Zwei Versuche, das Geld zu übergeben, scheiterten, einmal an zu starker Polizeipräsenz, einmal daran, dass ein unbeteiligtes Paar die präparierten Geldkoffer zuerst fand.

Ermittlung, Festnahme und Prozess

Ein beobachtetes Kennzeichen führte die Polizei zur Rooks Farm, wo sie Beweismittel wie ein Notizbuch mit passenden herausgerissenen Seiten und identisches Verpackungsmaterial sicherstellte. Am 7. Februar 1970 wurden beide Brüder festgenommen. Der Prozess am Old Bailey endete am 6. Oktober 1970 mit der Verurteilung wegen Mordes, Entführung und Erpressung, obwohl Muriel McKays Leiche nie gefunden wurde. Nizamodeen erhielt lebenslange Haft für Mord, dazu 15 Jahre für Entführung, 14 Jahre für Erpressung und 10 Jahre für die Drohbriefe.

Nachwirkungen

Nach 20 Jahren Haft wurde Nizamodeen Hosein aus dem Gefängnis entlassen und nach Trinidad abgeschoben, wo er seither lebt. 2021 gab er erstmals öffentlich an, Muriel McKay sei kurz nach der Entführung an einem Herzanfall gestorben, und lieferte Hinweise zum Ort ihres Grabes. Suchaktionen 2022 und 2024 blieben ergebnislos, ebenso eine weitere im März 2026 an einem Grundstück in Bethnal Green, bei der lediglich ein nicht-menschlicher Knochenfund gemacht wurde. Sein Bruder Arthur Hosein starb 2009 in Haft, ohne je selbst Angaben zum Verbleib der Leiche gemacht zu haben.

Mehr zum Fall

Werbung · Affiliate-Links