Nikolai Dschumagalijew
- Aktive Jahre
- 1979–1990
- Modus Operandi
- ErstechenKannibalismusZerstückelungVergewaltigung
Eine im Januar 1979 an der Straße zwischen Usynagasch und Maibulak getötete Frau wurde zum ersten bekannten Opfer einer Serie, die Ermittler Nikolai Dschumagalijew zurechneten. Tengrinews dokumentiert unter Berufung auf Polizei und Klinik diesen Tatbeginn sowie seine fortdauernde psychiatrische Unterbringung. Nach der Festnahme 1980 diagnostizierten sowjetische Psychiater eine Schizophrenie; 1989 floh er bei einer Verlegung und wurde 1991 wieder gefasst. Die spätere Zuordnung einer weiteren Tötung von 1990 bleibt von den neun bestätigten Opfern getrennt.
Werdegang
Er wurde am 15. November 1952 in Usynagasch in der Kasachischen SSR als drittes von vier Kindern eines kasachischen Vaters und einer belarussischen Mutter geboren, die auf einer Kolchose arbeiteten. Er galt als unterdurchschnittlicher, aber unauffälliger Schüler, nach der neunten Klasse besuchte er eine Eisenbahnschule und arbeitete anschließend als Wanderarbeiter in verschiedenen Teilen der Sowjetunion, unter anderem als Matrose, Elektriker und Bulldozerfahrer, bevor er 1977 als Feuerwehrmann nach Usynagasch zurückkehrte.
Kriminelle Aktivitäten
Zwischen Januar 1979 und Dezember 1980 tötete er mindestens acht Frauen, überwiegend indem er ihnen mit einem Messer oder einer mitgeführten Axt die Kehle durchschnitt. Anschließend zerlegte er die Leichen und verarbeitete Teile des Fleisches zu Piroggen und anderen Gerichten, die er ahnungslosen Gästen servierte. Unter seinen Opfern waren Natalya Andronnik, getötet am 6. Januar 1979 nahe einer Landstraße, L. F. Krieger im April 1979, deren Leiche nie gefunden wurde, L. I. Lavrishcheva und die junge V. P. Aksenova im Juni 1979, M. Volkova, erwürgt und mit durchschnittener Kehle Ende Juni 1979, T. A. Gladkikh im November 1980 sowie Valya Manukhina, die er im Dezember 1980 im Schlaf mit 18 Messerstichen tötete. In seinem Tagebuch, das später als Beweismittel diente, begründete er seine Taten mit tiefem Frauenhass und behauptete, durch den Verzehr des Fleisches die weibliche Natur vollständig ergründen zu können.
Ermittlung und Festnahme
In der Nacht zum 19. Dezember 1980 überraschten Bekannte ihn dabei, wie er die Leiche einer jungen Frau, später identifiziert als Tatiana R., auf dem Grundstück seiner Eltern ausblutete. Er wurde auf frischer Tat festgenommen und gestand acht Morde, sein detailliertes Tagebuch belegte zusätzlich die Zubereitung der Opfer zu Speisen.
Prozess und Flucht
Ein Gericht in Alma-Ata verhandelte den Fall am 3. Dezember 1981 unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Psychiater diagnostizierten eine Schizophrenie, weshalb er nicht strafrechtlich verurteilt, sondern in eine psychiatrische Klinik in Taschkent eingewiesen wurde. Am 29. August 1989 floh er während eines Toilettengangs bei der Verlegung in eine reguläre psychiatrische Einrichtung durch eine Wand. Während seiner Flucht durch mehrere Sowjetrepubliken tötete er mutmaßlich mindestens eine weitere Person 1990 in Aktobe, wofür er erst 2014 juristisch belangt wurde. Im April 1991 wurde er in der usbekischen Region Fergana wegen Schafdiebstahls festgenommen und zunächst unter einer chinesischen Scheinidentität geführt, bevor ihn Ermittler in Moskau korrekt identifizierten und nach Kasachstan zurücküberstellten.
Nachwirkungen
Er befindet sich nach verfügbaren Berichten weiterhin in einer spezialisierten psychiatrischen Einrichtung in Aktas in Kasachstan, wo er unter anderem als Techniker eingesetzt wird und wiederholt auf eine Entlassung gehofft haben soll. Fachleute widersprechen den Einschätzungen des behandelnden Klinikpersonals zu seiner Stabilität deutlich, sein tatsächlicher aktueller Status bleibt insgesamt schwer verifizierbar.