Nicola Sapone
- Aktive Jahre
- 1998–2004
- Modus Operandi
- ErstechenErschießenStumpfe GewaltOkkultismusKomplizen
Sechs Jahre lang blieb Fabio Tollis verschwunden, während sein Vater eigene Nachforschungen anstellte. Erst nach einem weiteren Mord führte die Spur zu einer Gruppe aus der Provinz Varese und zu Nicola Sapone. Der Corriere della Sera dokumentierte 2008 das rechtskräftige doppelte lebenslange Urteil wegen der drei Tötungen.
Werdegang
Nicola Sapone wurde am 28. Januar 1977 geboren und wuchs in der Provinz Varese in der Lombardei auf. Als junger Mann fand er Anschluss an die dortige Heavy-Metal-Szene und wurde Mitglied der „Bestie di Satana“, einer Gruppe, die sich in einer vermeintlich satanistischen Ideologie verlor und sich in Friedhofsritualen, Tierquälerei und zunehmend gewaltsamen Fantasien erging. Innerhalb der Gruppe stieg er zu einer Führungsfigur auf.
Taten
Im Januar 1998 lockte die Gruppe den 16-jährigen Fabio Tollis und die 19-jährige Chiara Marino nach Somma Lombardo bei Varese, wo beide erstochen und mit einem Hammer erschlagen wurden. Sechs Jahre später, im Januar 2004, wurde die 27-jährige Mariangela Pezzotta in der Nähe von Golasecca erschossen und lebendig begraben. Bei diesem dritten Mord bestritten spätere Mitangeklagte seine unmittelbare Beteiligung an der Tat selbst, seine Rolle als treibende Kraft der Gruppe blieb davon jedoch unberührt.
Ermittlung und Festnahme
Nach dem Tod seines Sohnes Fabio ließ Michele Tollis nicht locker. Über sechs Jahre trug er in Eigenregie Indizien und Zeugenaussagen zusammen, während die offizielle Ermittlung ins Stocken geraten war. Erst der Mord an Mariangela Pezzotta im Januar 2004 brachte Bewegung in den Fall: Die Festnahme des Gruppenmitglieds Andrea Volpe führte die Ermittler direkt zu den übrigen Mitgliedern der „Bestie di Satana“, darunter auch ihn.
Prozess und Verurteilung
Im Juni 2005 begann der Prozess vor dem Schwurgericht in Busto Arsizio. Am 31. Januar 2006 wurde Nicola Sapone zu zweifacher lebenslanger Haft verurteilt, das Berufungsgericht bestätigte das Urteil 2007, das Kassationsgericht 2008 endgültig.
Nachwirkungen
Nicola Sapone verbüßt seine Strafe bis heute in der Justizvollzugsanstalt Bollate bei Mailand. Er hat seine Beteiligung an den Morden stets bestritten und bezeichnet sich selbst als Opfer der belastenden Aussagen des Kronzeugen Andrea Volpe. In der Haft trat er wiederholt in kulturellen Projekten der Anstalt auf, unter anderem als Schauspieler in einer Theaterproduktion, was in Italien für Kontroversen sorgte. Der Fall „Bestie di Satana“ bleibt einer der bekanntesten Kriminalfälle des Landes aus den frühen 2000er Jahren und war Gegenstand zahlreicher Dokumentationen über satanistisch motivierte Jugendgewalt in Italien.