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Nicholas Boyce

Hungerford Bridge über die Themse in London, in deren Nähe Nicholas Boyce die Überreste seiner Frau entsorgte
ChrisO / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
1
Opfer
frei
TotschlägerLondon , Großbritannien
Aktive Jahre
1985
Modus Operandi
ErwürgenZerstückelung

Er zerlegte die Leiche seiner Frau, filetierte das Fleisch von den Knochen, kochte es und wickelte es in Zeitungspapier, damit es wie ein Sonntagsbraten aussehe. Nicholas Boyce wurde nur wegen Totschlags verurteilt und saß gerade einmal sechs Jahre, doch der Fall wurde noch aus einem anderen Grund bekannt: Das Tagebuch seiner getöteten Frau lieferte neue Spuren im bis heute ungelösten Verschwinden von Lord Lucan.

Werdegang

Über Nicholas William Wallace Boyces frühes Leben ist wenig überliefert, er wurde 1948 geboren. Seine Frau Christabel hatte zehn Jahre vor ihrer Ehe mit ihm als Gouvernante für die Kinder des britischen Adligen Lord Lucan gearbeitet, im Wechsel mit einer weiteren Gouvernante namens Sandra Rivett. Sandra Rivett wurde 1974 im Haus der Familie des Lords erschlagen aufgefunden, Lord Lucan selbst verschwand in derselben Nacht spurlos und gilt bis heute als vermisst, einer der bekanntesten ungeklärten Fälle der britischen Kriminalgeschichte.

Die Tat

Am 13. Januar 1985 eskalierte ein heftiger Ehestreit zwischen Nicholas und Christabel Boyce, in dessen Verlauf sie ihm nach übereinstimmenden Berichten seine sexuelle Potenz absprach und mehrere seiner Tabakpfeifen zerbrach. Der damals 37-Jährige erwürgte seine 32 Jahre alte Frau. Anschließend zerlegte er ihren Leichnam, filetierte das Fleisch von den Knochen und kochte die Teile, ehe er sie in Zeitungspapier einwickelte, damit sie wie ein gewöhnlicher Sonntagsbraten aussahen. Die Überreste entsorgte er in der Themse in der Nähe der Hungerford Bridge im Zentrum Londons.

Festnahme und Prozess

Fünf Tage nach der Tat stellte er sich freiwillig der Polizei. Vor dem Old Bailey in London wurde er nicht wegen Mordes, sondern wegen Totschlags verurteilt und am 9. Oktober 1985 zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die Verbindung zum Fall Lord Lucan

Im Zuge der Ermittlungen und des Prozesses tauchte ein Tagebuch auf, das Christabel Boyce während ihrer Zeit als Gouvernante der Kinder Lord Lucans geführt hatte. Es enthielt Hinweise darauf, dass Lord Lucan in der Mordnacht 1974 mit seiner Frau einen Suizidpakt vereinbart haben soll, nachdem er die Gouvernante Sandra Rivett getötet hatte. Die Aufzeichnungen lieferten damit neue Details zur Darstellung von Lord Lucans Ehefrau über die Ereignisse jener Nacht, klärten den seit Jahrzehnten ungelösten Fall aber nicht endgültig auf.

Nachwirkungen

Nicholas Boyce verbüßte seine sechsjährige Haftstrafe und wurde anschließend entlassen. Der Fall bleibt vor allem wegen seiner zufälligen Verknüpfung mit dem bis heute mysteriösen Verschwinden Lord Lucans in Erinnerung, ein Zusammentreffen zweier grausamer Verbrechen in derselben kleinen Gruppe von Menschen, die im Haushalt einer britischen Adelsfamilie arbeiteten.

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