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New Bedford Highway Killer

Das Rathaus von New Bedford, Massachusetts, der Stadt, aus der alle Opfer verschwanden
LGagnon, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
11
Opfer
SerienmörderNew Bedford , USA
Aktive Jahre
1988–1989
Modus Operandi
ErwürgenStumpfe Gewalt

Ermittler glaubten zeitweise, den Täter gefunden zu haben. Doch die Mordanklage gegen einen Verdächtigen zerfiel 1991, und neun getötete Frauen sowie zwei Vermisste blieben ohne gerichtliche Aufklärung. Die Rekonstruktion in Massachusetts Lawyers Weekly trennt die belegten Funde von den zahlreichen, nie bewiesenen Verdächtigungen.

Die Taten

Zu den gefundenen Opfern zählen Debra Medeiros, deren Leiche bereits am 3. Juli 1988 entdeckt wurde, Nancy Lee Paiva, Debra Greenlaw Demello, Dawn Mendes, Deborah Lynn McConnell, Rochelle Clifford Dopierala, Mary Rose Santos, Sandra Botelho und Robbin Lynn Rhodes, deren Leiche als letzte am 28. März 1989 gefunden wurde. Christina Monteiro und Marilyn Cardoza-Roberts, die beide im Mai beziehungsweise Juni 1988 verschwanden, wurden nie gefunden. Die meisten Opfer waren erwürgt worden, ihre eigene Kleidung oder ein BH-Träger häufig um den Hals gewickelt, die Leichen fast durchweg auf dem Rücken liegend mit den Füßen zur Straße hin abgelegt.

Ermittlung

Die Ermittlungen litten von Beginn an darunter, dass die Opfer aus einem gesellschaftlichen Randmilieu stammten, in dem Verschwindensfälle zunächst kaum systematisch verfolgt wurden. Erst nachdem sich die Funde häuften, richtete die Polizei eine gemeinsame Sonderkommission mit mehreren Gemeinden ein und setzte Leichenspürhunde entlang der Route 140 ein.

Verdächtige

Im August 1990 klagte die Staatsanwaltschaft den New Bedforder Rechtsanwalt Kenneth Charles Ponte wegen des Mordes an seiner ehemaligen Mandantin Rochelle Dopierala an, mutmaßlich um eigene Drogengeschäfte zu vertuschen. Die Anklage wurde im Juli 1991 mangels ausreichender Beweise fallengelassen, er starb 2010 unter ungeklärten Umständen in seinem Haus in New Bedford. Der Bauarbeiter Anthony DeGrazia geriet ebenfalls unter Verdacht, nachdem ihm 17 Übergriffe auf Sexarbeiterinnen zur Last gelegt worden waren, wurde jedoch nie angeklagt und 1990 nach 13 Monaten Untersuchungshaft freigelassen, kurz darauf wurde er tot unter einem Picknicktisch gefunden, die Polizei stufte den Fall als Tötungsdelikt ein, die Staatsanwaltschaft dagegen als Suizid. Auch der wegen anderer Morde verurteilte Daniel Tavares Jr. bekannte sich brieflich zu den Taten und kannte den Fundort eines der Opfer, eine Anklage wegen der New-Bedford-Morde erfolgte jedoch nie. Zeitweise brachten Ermittler den Fall zudem mit dem portugiesischen Serienmörder José Pedro Guedes in Verbindung, dem als Lissabon-Ripper bekannten Verdächtigen, ohne dass sich eine Verbindung nach Massachusetts belegen ließ.

Warum der Fall ungelöst blieb

Da mehrere Opfer erst Monate nach ihrem Verschwinden gefunden wurden und alle Fundorte außerhalb der Stadtgrenzen New Bedfords in unterschiedlichen Gemeinden lagen, war die forensische Spurenlage von Beginn an schwierig, zusätzlich erschwert durch die zersplitterte Zuständigkeit mehrerer Kreisbehörden. Zentrale Ermittlungsunterlagen gingen im Lauf der folgenden Jahrzehnte zudem teilweise verloren.

Nachwirkungen

Der Fall bleibt in Massachusetts bis heute ungeklärt und wird von Angehörigen und Journalisten regelmäßig neu aufgegriffen, in der Hoffnung, moderne DNA-Analyseverfahren könnten das noch vorhandene Spurenmaterial doch noch einem Täter zuordnen, ähnlich wie es bei anderen jahrzehntealten amerikanischen Fällen bereits gelungen ist.

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