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Mischa Ebner

genannt „Mitternachtsmörder"

Der Bahnhof Bern Bümpliz Nord, in dessen Nähe eine der Taten stattfand
NAC, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
„Mitternachtsmörder"
Suizid
Mörder — Bern , Schweiz
Aktive Jahre
bis 2002
Modus Operandi
Erstechen

Mischa Ebner, geboren 1975, war ein erfolgreicher Schweizer Waffenläufer, der 1998 überraschend den renommierten Frauenfelder Militärwettmarsch gewann. Am Abend des 1. August 2002, dem Schweizer Nationalfeiertag, tötete er in Bern eine 20 Jahre alte Maturandin und verletzte eine weitere junge Frau lebensgefährlich. Als „Mitternachtsmörder” bekannt geworden, nahm sich der Täter drei Monate nach seiner Festnahme in der Zelle das Leben.

Werdegang

Mischa Ebner und sein älterer Bruder wurden im Alter von vier Jahren schwer vernachlässigt aufgefunden, beide Kinder waren durch die mangelnde Fürsorge der leiblichen Eltern in ihrer Entwicklung erheblich beeinträchtigt und wurden anschließend adoptiert. 1998 gewann er überraschend den Frauenfelder Militärwettmarsch, einen der bedeutendsten Waffenläufe der Schweiz, sein Bruder begleitete ihn dabei auf dem Fahrrad. Drei Tage nach diesem Erfolg nahm sich der Bruder das Leben, ein Einschnitt, der Ebner nach Angaben von Bekannten tief geprägt haben soll. In den Jahren danach beging er wiederholt bewaffnete Überfälle auf junge Frauen, bei denen er mehrere Opfer mit dem Messer teils schwer verletzte, ohne dass die Polizei ihn damals mit dem späteren Täter in Verbindung brachte.

Die Tat

In der Nacht auf den 1. August 2002 überfiel er innerhalb weniger Stunden zwei junge Frauen in Bern-Bümpliz und im benachbarten Niederwangen. Eine 20 Jahre alte Maturandin erlitt sieben Stichwunden im Rückenbereich, die auch die Lunge und das Rückenmark auf Höhe des fünften Wirbels verletzten, sie starb an den Folgen. Eine zweite, 23 Jahre alte Frau überlebte einen ebenfalls lebensbedrohlichen Messerangriff.

Ermittlung und Festnahme

Die Kantonspolizei Bern erhielt im Verlauf der Ermittlungen handschriftliche Briefe, teils mit Gegenständen eines Opfers, von denen zwei DNA-Spuren enthielten. Die Ermittler veröffentlichten bewusst unvorteilhafte Phantombilder und Schriftproben, um die Eitelkeit des Täters auszunutzen. Der Plan ging auf: Der Verfasser beschwerte sich über die Darstellung und lieferte damit weitere Hinweise. Den entscheidenden Hinweis gab schließlich eine junge Frau, die der Polizei einen an sie gerichteten Liebesbrief in derselben Handschrift übergab, er trug Namen und Adresse des Täters. Der Täter wurde am 19. August 2002 festgenommen und gestand noch am selben Abend, neben der Tat auch 29 weitere Delikte, überwiegend bewaffnete Raubüberfälle auf junge Frauen. Zu seinem Motiv sagte er, er verstehe seine eigene Tat selbst nicht.

Nachwirkungen

Am 24. November 2002 nahm er sich trotz Suizidüberwachung in der Regionalgefängniszelle in Thun das Leben, noch bevor es zu einem Prozess kam. Der Fall erschütterte die Schweiz nachhaltig und wurde später in mehreren Büchern und einem Dokumentarfilm aufgearbeitet, auch weil ein sportlich gefeierter junger Mann zum gesuchten Frauenmörder geworden war.

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