Michel Van Wijnendaele
- Aktive Jahre
- 1987
- Modus Operandi
- Erschießen
Michel Van Wijnendaele erschoss am 12. Mai 1987 im belgischen Bogaarden und im benachbarten Denderwindeke innerhalb weniger Stunden sieben Menschen, bevor er sich bei einer Verfolgungsjagd durch die Polizei selbst erschoss. Die Tat gilt bis heute als der tödlichste Amoklauf eines Einzeltäters in der Geschichte Belgiens.
Werdegang
Er wurde 1959 geboren und wuchs im Ortsteil Denderwindeke der Gemeinde Ninove im Pajottenland auf. Er hatte eine gut bezahlte, sichere Stelle bei der belgischen Nationalbank inne, gab diese jedoch auf, um Profi-Radrennfahrer zu werden. Nach nur einem einzigen Rennen scheiterte er in diesem Vorhaben vollständig, was bei ihm nach Einschätzung der Ermittler zu tiefer Verbitterung führte, die sich in der Folgezeit insbesondere gegen die ländliche Region richtete, in der er lebte.
Die Tat
Am 12. Mai 1987 erschoss er zunächst zwei Hunde der Familie Decrem in Bogaarden, bevor er deren Bauernhof stürmte, wo die Familie gerade beim Mittagessen saß. Er tötete den Landwirt Edgard Decrem (54), dessen Frau Liliane Nechelput (46), ihre Eltern Jean-Baptiste Nechelput (90) und Marguerite Vandersmissen (84) sowie den erwachsenen Sohn Christian Decrem (20). Ein weiterer Sohn, Guy Decrem, konnte fliehen und überlebte. Anschließend erschoss er auf einem benachbarten Hof die 37 Jahre alte Marie-Thérèse Walraevens und ihren dreijährigen Sohn Ludovic, mutmaßlich um Zeugen zu beseitigen. Danach fuhr er in seinen Heimatort Denderwindeke, wo er gegen 17 Uhr auf seine Schwiegereltern schoss, die beide überlebten. Insgesamt starben sieben Menschen, drei weitere wurden verletzt.
Verfolgung und Ende
Die Nationalpolizei bemerkte sein Fahrzeug an einer Tankstelle im Ort Brugelette und nahm die Verfolgung auf. Als ihn die Beamten gegen 21 Uhr im Ort Sirault bei Mons stellten, erschoss er sich mit seinem Gewehr selbst.
Nachwirkungen
Der Amoklauf von Michel Van Wijnendaele gilt bis heute als das schwerste von einem Einzeltäter verübte Tötungsdelikt in der belgischen Geschichte. In der Region Pajottenland blieb die Erinnerung an die Tat lange lebendig, ohne dass sie außerhalb Belgiens vergleichbar bekannt wurde wie andere Amokläufe derselben Zeit. Mehr zum Tathergang selbst: Amoklauf von Bogaarden.