Michel Peiry
- Aktive Jahre
- 1981–1987
Mit schwersten Kopfverletzungen erreichte ein 16-jähriger Jugendlicher im April 1987 das Dorf Sottens. Seine genaue Beschreibung führte die Polizei zu Michel Peiry. Le Temps dokumentiert, wie dieser Überlebende die Mordserie des sogenannten Sadisten von Romont beendete und wie das Walliser Gericht später zwischen bewiesenen Taten und wechselnden Geständnissen unterschied.
Werdegang
Hinter seiner unauffälligen Fassade als sozial eingebundener Mann in seiner Region verbarg sich nach späteren psychiatrischen Einschätzungen ein organisierter Psychopath, dessen Gewaltfantasien schon früh durch Bondage-Material genährt wurden und der seine eigene Homosexualität unterdrückte.
Taten
Das Vorgehen folgte einem wiederkehrenden Muster: Er nahm Jugendliche per Anhalter mit, fesselte und missbrauchte sie, schlug oder würgte sie und versuchte, die Leichen zu verbrennen. Nach Angaben von SWI swissinfo gestand er drei Tötungen in der Schweiz und zwei ähnliche Taten im Ausland, widerrief jedoch weitere Geständnisse. Das Urteil erfasste schließlich vier Morde. Zu den sicher dokumentierten Schweizer Opfern gehörten Cédric Antille, dessen verbrannter Körper im Mai 1986 bei Albinen gefunden wurde, und ein Jugendlicher aus dem Tessin. Die oft wiederholte Gesamtzahl von fünf oder mehr Toten vermischt die vier Mordschuldsprüche mit zusätzlichen, teils zurückgenommenen Aussagen.
Ermittlung und Festnahme
Am 24. April 1987 überlebte ein 16-jähriger Anhalter einen Angriff mit zahlreichen Hammerschlägen und erreichte Sottens. Seine Aussage verband den Angriff mit einem früheren Überlebenden und dem kurz zuvor gefundenen verbrannten Körper eines Jugendlichen. Am 1. Mai 1987 nahm die Polizei Michel Peiry während eines militärischen Wiederholungskurses im Kanton Bern fest.
Prozess
Am 30. Oktober 1989 verurteilte das Tribunal d’Entremont in Sembrancher ihn wegen vier Morden und zwei Mordversuchen zu lebenslanger Haft. Ein zeitgenössischer Rückblick des Nouvelliste, der sich auf das 225 Seiten starke Urteil stützt, bestätigt diese Abgrenzung.
Nachwirkungen
Michel Peiry sitzt seit seiner Verurteilung ununterbrochen im Gefängnis. Anträge auf bedingte Entlassung wurden 2002 und 2009 abgelehnt. Auch begleitete Ausgänge lehnte das Bundesgericht 2026 wegen des sehr hohen Rückfallrisikos ab, wie die Freiburger Regionalplattform Frapp berichtete.