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Michel Bellen

genannt „Würger von Linkeroever"

Der Antwerpener Stadtteil Linkeroever bei Nacht, Schauplatz der ersten Taten Michel Bellens
Sedov~commonswiki, via Wikimedia Commons · Public Domain
3
Opfer
„Würger von Linkeroever"
verstorben
SerienmörderAntwerpen , Belgien
Aktive Jahre
1964–1982
Modus Operandi
VergewaltigungErwürgen

Ein Gerichtspsychiater warnte 1966, Michel Bellen werde wieder vergewaltigen und töten. Sechzehn Jahre später kam der Verurteilte auf Bewährung frei, nach nur vier Monaten tötete er erneut. Die flämische Zeitung Het Nieuwsblad rekonstruierte die drei Morde, die Michel Bellen zum sogenannten Würger von Linkeroever machten.

Werdegang

Geboren am 13. Januar 1946 in Antwerpen, lebte er als junger Mann im Stadtteil Linkeroever am linken Ufer der Schelde. Im August 1964 verfolgte er eine Frau von einem Supermarkt bis zu einer Gasse und vergewaltigte sie, die Frau überlebte den Angriff. Wenige Monate später eskalierte sein Vorgehen zu Mord.

Taten

Am 19. Dezember 1964 vergewaltigte und tötete er die 21 Jahre alte Krankenschwester Christiane Herreman. Am 21. Januar 1965 tötete er Lucienne Bourlard. Fünf Tage später führte ein gestohlenes Motorrad zu seiner Festnahme, in seinen Taschen fand die Polizei Gegenstände der beiden Frauen.

Ermittlung und erste Verurteilung

Das Antwerpener Schwurgericht verurteilte ihn am 28. März 1966 zum Tode, das Urteil wurde in lebenslange Haft umgewandelt. Am 18. Mai 1982 kam er wegen guter Führung auf Bewährung frei und erhielt Arbeit und Unterkunft in einem Studentenwohnheim in Leuven.

Rückfall und zweite Verurteilung

Im September 1982 folgte er der 28-jährigen Krankenschwester Lutgarde in den Aufzug und in ihre Wohnung in Leuven. Dort tötete er sie in der Badewanne. Nach der erneuten Festnahme wurde er 1984 auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Nachwirkungen

Zwischen 1989 und 1994 korrespondierte er aus der Haft mit dem belgischen Künstler Danny Devos, ein Briefwechsel, der später in mehreren Kunstprojekten verarbeitet wurde. Michel Bellen starb am 10. Juni 2020 im Alter von 74 Jahren an Herzversagen in einer psychiatrischen Einrichtung im belgischen Bierbeek.