Michaela Roeder
- Aktive Jahre
- 1984–1986
- Modus Operandi
- Vergiftung
Zwischen Februar 1984 und Februar 1986 tötete die Krankenschwester Michaela Roeder auf der Intensivstation des St. Petrus-Hospitals in Wuppertal-Barmen mehrere ihr anvertraute Patienten mit gezielten Medikamentenüberdosen. Von Kollegen erhielt sie zynisch den Spitznamen „Todesengel”, wegen der auffällig hohen Sterberate auf ihrer Station. 1989 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt und mittlerweile längst wieder entlassen.
Werdegang
Sie arbeitete als examinierte Krankenschwester auf der Intensivstation des St. Petrus-Hospitals, einer Einrichtung mit überwiegend älteren, schwer kranken Patienten.
Die Taten
Sie verabreichte ihren Opfern Injektionen mit dem blutdrucksenkenden Mittel Catapresan, teils kombiniert mit herzlähmenden Substanzen. Die Ermittlungen prüften nach ihrer Festnahme insgesamt 28 exhumierte Leichen, bei 17 davon fanden Gerichtsmediziner Spuren der verwendeten Mittel, betroffen waren überwiegend Patienten über 70 Jahre. Vor Gericht gestand die Täterin, sechs Patienten vorsätzlich getötet zu haben, „um ihnen Leiden zu ersparen”, wie sie es später darstellte.
Ermittlung
Nach einem Hinweis eines Krankenhausmitarbeiters ordneten die Behörden die Exhumierung mehrerer verdächtiger Todesfälle an. Sie wurde im März 1986 festgenommen.
Prozess
Der Prozess begann im Januar 1989. Das Gericht verurteilte Michaela Roeder am 11. September 1989 wegen Totschlags in fünf Fällen sowie eines weiteren Falls von Tötung auf Verlangen zu insgesamt elf Jahren Haft.
Nachwirkungen
Sie wurde nach rund vier Jahren Haft 1993 vorzeitig entlassen. Der Fall gehört neben den späteren Taten der Todesengel von Lainz in Wien, dem Krankenpfleger Stephan Letter und dem noch weit größeren Fall Niels Högel zu den bekanntesten deutschsprachigen Fällen tötender Pflegekräfte und trug maßgeblich dazu bei, dass Kliniken in Deutschland ihre internen Kontrollmechanismen bei auffälligen Sterberaten verschärften.