← Zum Verzeichnis

Michael Ross

genannt „Roadside Strangler"

Norwich, Connecticut, in dessen Umgebung Michael Ross mehrere Opfer fand
Hayden Soloviev, via Wikimedia Commons · CC BY 4.0
7
Opfer
„Roadside Strangler"
hingerichtet
SerienmörderNorwich , USA
Aktive Jahre
1981–1984
Modus Operandi
ErwürgenVergewaltigung

Vier Mordurteile brachten Michael Ross in Connecticut in die Todeszelle. Wegen drei weiterer Tötungen erhielt er lebenslange oder zeitige Haftstrafen, eine achte Tat gestand er, ohne dafür angeklagt zu werden. Diese unterschiedliche juristische Bilanz geht aus einer Fallübersicht von Amnesty International und einer Entscheidung des Connecticut Supreme Court hervor.

Werdegang

Er wuchs auf einer Hühnerfarm in Brooklyn, Connecticut, in einem zerrütteten Elternhaus auf. Seine Mutter schlug alle vier Kinder, sein Onkel missbrauchte ihn nach Berichten von Familienbekannten sexuell und beging Suizid, als er sechs Jahre alt war. Bereits mit zwölf Jahren begann er selbst, jüngere Mädchen zu belästigen. Trotz dieser Vorgeschichte war er überdurchschnittlich intelligent, schloss die Highschool 1977 ab und studierte anschließend Wirtschaftswissenschaften an der Cornell University, wo er 1981 seinen Abschluss machte. Danach arbeitete er als Versicherungsverkäufer, während sich sein Verhalten zunehmend zuspitzte.

Taten

Er suchte junge Frauen und Mädchen an Straßenrändern und Anhalterstellen auf, vergewaltigte die meisten und erwürgte sie. Die Verfahren erfassten die acht Tötungen jedoch unterschiedlich:

  1. Dzung Ngoc Tu (25), Cornell-Studentin, getötet am 12. Mai 1981
  2. Tammy Williams (17), erwürgt am 5. Januar 1982 in Brooklyn, Connecticut
  3. Paula Perrera (16), vergewaltigt und getötet am 2. April 1982 in Wallkill, New York
  4. Debra Smith Taylor (23), erwürgt am 15. Juni 1982 in Danielson, Connecticut
  5. Robin Dawn Stavinsky (19), erwürgt am 19. November 1983 in Norwich
  6. April Brunais (14) und Leslie Shelley (14), beide erwürgt am 22. April 1984 in Griswold
  7. Wendy Baribeault (17), erwürgt am 13. Juni 1984 in Griswold

Festnahme und Verfahren

Zeugen beschrieben nach der letzten Tat einen Mann und einen blauen Toyota. Die Spur führte im Juni 1984 zu Michael Ross. Wegen der Tötungen von Robin Dawn Stavinsky, April Brunais, Leslie Shelley und Wendy Baribeault verurteilte ihn das Gericht 1987 zum Tode. Für die Morde an Tammy Williams und Debra Smith Taylor verbüßte er lebenslange Strafen. 2001 bekannte er sich in New York zusätzlich des Mordes an Paula Perrera schuldig und erhielt 8⅓ bis 25 Jahre Haft. Den Tod von Dzung Ngoc Tu gestand er, wurde dafür aber nicht angeklagt.

Hinrichtung

Er verzichtete in den letzten Jahren seiner Haft auf weitere Berufungsverfahren. Am 13. Mai 2005 wurde er im Alter von 45 Jahren durch eine Giftspritze hingerichtet. Die Chronik der Strafvollzugsbehörde von Connecticut bestätigt Datum, Vollstreckung und die vier Mordurteile, auf denen das Todesurteil beruhte. Es war die erste Hinrichtung des Bundesstaats seit 45 Jahren.

Nachwirkungen

Der Fall gilt als einer der letzten großen Serienmordfälle Neuenglands vor einer langen Pause bei Hinrichtungen in der Region und wurde vielfach in der öffentlichen Debatte über die Todesstrafe und den Umgang mit psychisch belasteten Straftätern aufgegriffen.

Mehr zum Fall

Werbung · Affiliate-Links