Michael Douglas Dowdall
- Aktive Jahre
- 1958–1959
- Modus Operandi
- Stumpfe GewaltVergewaltigungEinbruch
Ein Jahr lang häuften sich in Westlondon Überfälle auf Frauen, bei denen die Opfer merkwürdige kreisförmige Abdrücke auf Bauch und Oberschenkeln davontrugen, ohne dass jemand den Zusammenhang zu einem ungeklärten Mord in Kilburn erkannte. Erst ein gestohlenes Feuerzeug mit einem auffälligen Firmenaufdruck brachte die Ermittler auf die Spur eines 19 Jahre alten Gardesoldaten: Michael Douglas Dowdall.
Werdegang
Michael Douglas Dowdall wurde am 12. Dezember 1940 geboren, seinen Vater verlor er im Krieg, als er drei Jahre alt war. Schon als Kind galt er als schwierig, sein Vorgesetzter beschrieb ihn später als „ein bisschen sonderbar”. Als Jugendlicher trat er den Welsh Guards als Tambour bei und war zeitweise in der Chelsea Barracks stationiert, später im Ausbildungslager Pirbright in Surrey. Er neigte zu starkem Alkoholkonsum, ging wiederholt unerlaubt von der Truppe ab und galt bei seinen Vorgesetzten als Problemfall.
Die Tat
Am Abend des 19. Dezember 1958 lernte er in der Nähe des Trafalgar Square die 31-jährige Prostituierte Veronica Murray kennen und fuhr mit ihr in ihr Zimmer in der Charteris Road in Kilburn. Dort erschlug er sie mit einer sechs Pfund schweren Hantel, die in ihrem Zimmer lag. Ihre Leiche wurde erst am Heiligabend entdeckt, sie war bereits fünf bis sechs Tage tot, bis auf einen über den Kopf gezogenen Pullover unbekleidet, was zusammen mit den späteren Übergriffen auf ein sexuelles Motiv der Tat hindeutete. Auf Bauch und Oberschenkeln fanden sich eigentümliche kreisförmige Abdrücke, deren Ursache nie zweifelsfrei geklärt wurde. Fingerabdrücke am Tatort ließen sich zunächst keiner bekannten Person zuordnen, sodass die Ermittlungen zunächst ins Stocken gerieten.
Weitere Übergriffe und Ermittlung
Im folgenden Jahr registrierte die Polizei mehrere ähnliche Überfälle auf Frauen im Westen Londons, bei denen dieselben eigentümlichen Hautmarken auftraten, jedoch ohne tödlichen Ausgang, dazu eine Serie von Einbrüchen mit übereinstimmenden Fingerabdrücken. Am 10. Oktober 1959 lud eine Frau namens Mrs. Hill, die ihren Geburtstag feierte, einen jungen Mann aus dem Londoner West End in ihre Wohnung in Fulham ein. Als sie seine Annäherungen zurückwies, schlug er sie, riss ihr die Kleidung vom Leib und würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit. Sie überlebte und konnte den Angreifer als jungen, stark trinkenden Kettenraucher beschreiben, den seine Bekannten „Mick” nannten. Ermittler stellten außerdem fest, dass dieser „Mick” ein Feuerzeug mit dem Aufdruck einer amerikanischen Ölfirma besaß. Ein Foto des Feuerzeugs erschien in der Presse, woraufhin ein Gardesoldat seinem Kompaniechef meldete, ein Kamerad namens „Mick” trage ein identisches Modell. Am 24. November 1959 nahm die Polizei Michael Douglas Dowdall zur Fingerabdrucknahme fest, die Abdrücke stimmten mit denen vom Tatort in Kilburn überein. Zurück auf der Polizeiwache gestand er den Mord, die Überfälle und eine Reihe von Einbrüchen.
Prozess
Der Prozess gegen ihn begann am 20. Januar 1960 am Old Bailey und dauerte zwei Tage. Die Verteidigung berief sich auf verminderte Schuldfähigkeit, mehrere Psychiater beschrieben ihn übereinstimmend als Psychopathen, sozialen Außenseiter und sexuell abweichend veranlagt. Die Geschworenen ließen sich vom Richter zur Frage der verminderten Schuldfähigkeit eigens belehren und sprachen ihn schließlich nicht des Mordes, sondern des Totschlags schuldig. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Nachwirkungen
Michael Douglas Dowdall wurde im Juli 1975 wegen einer schweren Erkrankung auf Bewährung entlassen und starb im November 1976 im Alter von 35 Jahren an den Folgen seiner Krankheit. Das Werkzeug, das die charakteristischen kreisförmigen Verletzungen an seinen Opfern verursacht hatte, blieb bis zuletzt unidentifiziert.