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Max Gufler

genannt „Österreichs Blaubart"

Rathausplatz in St. Pölten, wo Max Gufler nach dem Krieg lebte und 1958 festgenommen wurde
Tournasol7, via Wikimedia Commons · CC BY 4.0
4
Opfer
„Österreichs Blaubart"
verstorben
SerienmörderSt. Pölten , Österreich
Aktive Jahre
1952–1958

Packungen des Schlafmittels Somnifen und weitere Beweisstücke aus dem Verfahren gegen Max Gufler liegen heute im Österreichischen Kriminalmuseum. Eine Dokumentation des österreichischen Innenministeriums hält fest, dass er wegen vier Morden und zwei Mordversuchen zu lebenslangem Kerker verurteilt wurde. Die Presse verglich den Heiratsschwindler mit dem französischen Frauenmörder Henri Désiré Landru.

Werdegang

Im Alter von neun Jahren erlitt er eine schwere Kopfverletzung, die nach Angaben von Angehörigen zu unberechenbaren Wutausbrüchen führte. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt er als Sanitäter der Wehrmacht ein weiteres Kopftrauma. Nach dem Krieg arbeitete er als Buchhändler in St. Pölten und trat nach außen als unauffälliger, bürgerlicher Geschäftsmann auf.

Taten

Über Zeitungsannoncen gab er sich als heiratswilliger Witwer aus und lud die so gewonnenen Bekanntschaften zu vermeintlichen Hochzeitsreisen ein. Unterwegs servierte er ihnen Getränke, denen er das Schlafmittel Somnifen beigemischt hatte, und brachte die bewusstlosen Frauen ins Wasser. So sollten die Tötungen wie Unfälle oder Suizide wirken. In seiner Wohnung fanden Ermittler später zahlreiche Handtaschen und Koffer vermisster Frauen.

Vier Morde konnten ihm gerichtlich zweifelsfrei nachgewiesen werden:

  1. Emilie Meystrzik (Prostituierte), 1952: Sie wurde mit eingeschlagenem Schädel in einem Stundenhotel im Wiener Rotlichtviertel gefunden, in ihrem Fall wich er von seinem späteren Muster ab und tötete durch stumpfe Gewalt.
  2. Josefine Kamleitner (45)
  3. Julie Naß (48)
  4. Maria Robas (47), 1958: Ihr Tod führte zu den Ermittlungen, an deren Ende Max Guflers Festnahme stand.

Ermittler gingen von bis zu 18 weiteren möglichen Opfern seit Kriegsende aus, ein gerichtlicher Nachweis gelang dafür jedoch nicht.

Ermittlung und Prozess

Am 1. November 1958 wurde er in St. Pölten festgenommen, nachdem die Leiche von Maria Robas entdeckt worden war. Angeklagt wegen sieben Morden, konnten ihm in einem Geschworenenprozess vor dem Wiener Landesgericht für Strafsachen im April 1961 nur vier Morde und zwei Mordversuche nachgewiesen werden. Ermittler setzten dabei erstmals ein neues forensisches Verfahren ein, um zwei verschiedene Beruhigungsmittel in den Körpern der Opfer getrennt nachzuweisen. Trotz seiner dokumentierten Kopfverletzungen wurde er im Mai 1961 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nachwirkungen

Er starb 1966 in der Justizanstalt Stein an der Donau. Der Fall gilt in Österreich bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für einen sogenannten Heiratsschwindler-Mord und wurde mehrfach in Kriminaldokumentationen aufgearbeitet.

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