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Maurizio Giugliano

genannt „Lupo dell'Agro Romano"

Der Torre Civica von Sabaudia, in dessen Umgebung eine der zugeschriebenen Taten stattfand
Wikimedia Commons / Alessio Antonietti · CC BY-SA 3.0
2
Opfer
„Lupo dell'Agro Romano"
verstorben
SerienmörderRom , Italien
Aktive Jahre
1983–1993

Sechs Frauenmorde wurden mit ihm in Verbindung gebracht, doch vor Gericht hielt am Ende nur ein einziger stand. War der „Wolf des römischen Umlands” tatsächlich ein Serienmörder oder das bequeme Gesicht für eine ganze Reihe ungeklärter Verbrechen? Maurizio Giugliano, geboren am 7. Juni 1962 in Acciarella in der Provinz Latina, wurde von der italienischen Presse als „Lupo dell’Agro Romano“ bezeichnet. Die übrigen Vorwürfe blieben unbewiesen oder endeten mit Freispruch. 1993 tötete er zudem einen Mitinsassen im psychiatrischen Gefängnis von Montelupo Fiorentino, bevor er 1994 in einer Einrichtung in Reggio Emilia an einem Herzinfarkt starb.

Werdegang

Er wuchs als Sohn zweier Landwirte mit drei Geschwistern auf, seine Geburt soll durch eine schwierige Zangengeburt erschwert worden sein. Im Alter von etwa acht Jahren wurde er von einem Auto angefahren, wonach sich sein Verhalten nach Aussage seines Bruders grundlegend veränderte. Seine Mutter berichtete später, er habe schon als Kind Schafe getötet, sie habe befürchtet, er werde als Erwachsener auch Menschen töten. 1977 saß er wegen Raubes im Jugendgefängnis Casal del Marmo, 1979 wurde er wegen der Vergewaltigung einer 40-jährigen Frau verurteilt. In den frühen 1980er Jahren lebte er in einem Wohnwagen und fiel mit kleineren Diebstählen und Betrügereien auf.

Die mutmaßliche Mordserie 1983/1984

Zwischen dem 4. Juli 1983 und dem 22. Januar 1984 wurden im Umland Roms sechs Frauen tot aufgefunden, deren Tötung Ermittler ihm zuschrieben: die 51-jährige Thea Stroppa (erwürgt und mit Steinen misshandelt, gefunden an der Via Flaminia Vecchia), die 45-jährige Luciana Lupi (erwürgt mit dem eigenen Gürtel, gefunden bei Fara Sabina), die 33-jährige Lucia Rosa (erwürgt, gefunden bei Tor de’ Cenci), die 31-jährige Giuliana Meschi (erwürgt mit der eigenen Hose, gefunden auf einem Maisfeld bei Sabaudia), die 53-jährige Fernanda Renzetti Durante (mit über 30 Messerstichen getötet, gefunden bei Pratica di Mare) und die 16-jährige Schülerin Catherine Skerl (erwürgt mit einem Draht und einem Riemen, gefunden bei Grottaferrata). Später kam der gesonderte Verdacht hinzu, er habe 1983 Maria Negri in Punta Sabbioni getötet.

Ermittlung, Prozess und Zweifel an der Täterschaft

Verhaftet wurde er im Februar 1984 zunächst wegen Brandstiftung, im April 1984 kamen die Mordvorwürfe hinzu. Ein Landwirt, der Zeuge des Angriffs auf Giuliana Meschi geworden war, identifizierte ihn und beschrieb ein charakteristisches gelbes Auto. Diese Tat führte 1986 zu seiner einzigen Verurteilung wegen Mordes, ein Gericht in Latina verhängte 17 Jahre und 8 Monate Haft. Bei der Tat an Thea Stroppa sprach ihn das Gericht wegen festgestellter Schuldunfähigkeit frei, bei den Taten an Lucia Rosa und Maria Negri erfolgten 1989 Freisprüche mangels ausreichender Beweise. Zu den Taten an Fernanda Renzetti Durante und Catherine Skerl kam es nie zu einer Anklage. Über die tatsächliche Täterschaft bei den übrigen Taten wird bis heute gestritten, es bleibt möglich, dass ein nie identifizierter Täter für einen Teil der Taten verantwortlich war.

Spätere Jahre und Tod

Während seiner Haft erstickte er 1993 einen Mitinsassen mit einem Kissen, weil dieser sich geweigert hatte, ihm eine Zigarette zu geben. Daraufhin wurde er in die forensisch-psychiatrische Klinik von Montelupo Fiorentino verlegt, später in eine Einrichtung in Reggio Emilia. Dort starb Maurizio Giugliano 1994 im Alter von 32 Jahren an einem Herzinfarkt.