Matthew Hardman
- Mörder — Llanfairpwllgwyngyll , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 2001
- Modus Operandi
- ErstechenEinbruchOkkultismus
Als die Polizei am 25. November 2001 das Haus einer 90-jährigen Rentnerin in einem walisischen Dorf betrat, fanden die Beamten neben ihrer Leiche einen Kochtopf. Darin lag, in Zeitungspapier gewickelt, ihr Herz. Am Rand des Topfes klebten Lippenspuren. Der junge Mann, der wenige Wochen später als Täter verhaftet wurde, glaubte tatsächlich, durch das Trinken von Menschenblut unsterblich zu werden.
Werdegang
Der Täter wuchs im nordwalisischen Anglesey auf und entwickelte als Teenager eine tiefe Faszination für Vampirmythen und Okkultismus. In seinem Zimmer fanden Ermittler später Bücher, Zeitschriften und selbst ausgedruckte Internetseiten zum Thema Vampirismus. Nach Einschätzung des Gerichts war diese Beschäftigung längst zu einer fixen Idee geworden: Er glaubte offenbar wirklich, durch das Trinken fremden Blutes Unsterblichkeit erlangen zu können.
Die Tat
Am Abend des 24. November 2001 brach der damals 17-Jährige in das Haus von Mabel Leyshon in der Nähe von Llanfairpwll ein. Die 90-Jährige saß vor dem Fernseher, als er sie von hinten überfiel und 22-mal mit einem Küchenmesser auf sie einstach. Nach ihrem Tod schnitt er tiefe Wunden in ihre Beine, entnahm ihr Herz und ließ ihr Blut in eine Pfanne aus der Küche laufen, aus der er anschließend trank. Bevor er das Haus verließ, legte er zwei Feuerhaken in Kreuzform an ihre Füße.
Ermittlung und Festnahme
Die Ermittler stießen bei der Untersuchung seines Zimmers auf umfangreiches Material zu Vampirismus und Okkultismus, was den Verdacht gegen ihn erhärtete. Am 8. Januar 2002 wurde er verhaftet.
Prozess
Vor Gericht beteuerte er durchgehend seine Unschuld. Die Richter kamen dennoch zu dem Schluss, dass der Vampirglaube für ihn zu einer echten Obsession geworden war und dass er tatsächlich daran glaubte, durch das Blut eines anderen Menschen unsterblich zu werden. Am 2. August 2002 wurde er zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von zwölf Jahren verurteilt.
Nachwirkungen
Matthew Hardman sitzt bis heute in Haft. 2023 wurde bekannt, dass die britische Commission for Criminal Cases die Verurteilung auf mögliche Justizirrtümer hin überprüft, ein Ergebnis dieser Überprüfung ist bislang nicht bekannt. Der Fall gilt in Großbritannien weiterhin als eines der ungewöhnlichsten Tötungsdelikte der jüngeren Kriminalgeschichte, gerade weil das okkulte Motiv so unverstellt zutage trat.