Martin Bryant
- Aktive Jahre
- 1996
- Modus Operandi
- ErschießenGeiselnahmeBrandstiftung
Martin John Bryant wurde am 7. Mai 1967 in Hobart, Tasmanien, geboren. Am 28. April 1996 erschoss er in der historischen Touristensiedlung Port Arthur 35 Menschen und verletzte 23 weitere. Es blieb das folgenreichste Massaker der australischen Geschichte und löste eine der striktesten Waffenrechtsreformen der westlichen Welt aus.
Werdegang
Schon als Kind fiel er durch auffälliges Verhalten auf, zerstörte häufig Spielsachen und quälte nach Angaben von Gutachtern Tiere, seine schulischen Leistungen galten als deutlich unterdurchschnittlich, sein Intelligenzniveau wurde später auf das eines Elfjährigen geschätzt. 1987 lernte der damals 19-Jährige beim Rasenmähen die 54 Jahre alte, wohlhabende Erbin Helen Harvey kennen, die zurückgezogen in einem heruntergekommenen Anwesen mit zahlreichen Tieren lebte. Die beiden führten in der Folge ein exzentrisches Leben mit ausgedehnten Einkaufstouren, unter anderem kauften sie innerhalb weniger Jahre über 30 Fahrzeuge. Am 20. Oktober 1992 starb Harvey bei einem Autounfall, bei dem er selbst als Beifahrer im Wagen saß, er erbte daraufhin umgerechnet mehrere hunderttausend australische Dollar. Nach dem Tod seines Vaters 1993 kam ein weiteres Erbe hinzu.
Tat
Am 28. April 1996 erschoss er zunächst das Ehepaar David und Noelene Martin im nahe gelegenen Gästehaus „Seascape”. Anschließend fuhr er zum Touristenort Port Arthur, einer ehemaligen Sträflingskolonie, und eröffnete im vollbesetzten Café „Broad Arrow” das Feuer, wo er innerhalb weniger Sekunden 20 Menschen tötete. Danach erschoss er weitere Personen auf dem Parkplatz, entlang der Zufahrtsstraße und an einer Mautstation. Insgesamt starben 35 Menschen, 23 wurden verletzt.
Festnahme
Nach der Tat nahm er im Gästehaus Seascape eine Geisel und verschanzte sich dort. Nach rund 18 Stunden setzte er das Gebäude in Brand und wurde beim Verlassen mit Verbrennungen festgenommen.
Prozess
Er plädierte zunächst auf nicht schuldig, änderte sein Plädoyer im weiteren Verlauf jedoch auf schuldig in allen Anklagepunkten. Richter William Cox verurteilte ihn am 22. November 1996 zu 35-facher lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung. Bis heute sitzt er im Risdon-Gefängnis nahe Hobart ein, mehrere Suizidversuche sind dokumentiert.
Nachwirkungen
Das Massaker von Port Arthur führte innerhalb weniger Wochen zum National Firearms Agreement, mit dem Australien halbautomatische und vollautomatische Waffen weitgehend verbot und ein umfangreiches Rückkaufprogramm für bereits im Umlauf befindliche Waffen einführte. Die Reform gilt international als eines der wirksamsten Beispiele für Waffenkontrolle nach einem Amoklauf. Der Ort des Massakers, insbesondere das Café Broad Arrow, wurde zu einer Gedenkstätte umgestaltet.