Mark Dixie
- Mörder — London , Großbritannien
- Aktive Jahre
- 2005
- Modus Operandi
- VergewaltigungErstechenNekrophilieRaub
Zwölf Jahre lang saß ein Mann in Spanien im Gefängnis für eine Vergewaltigung, die er nie begangen hatte. Erst ein DNA-Abgleich in einem völlig anderen Fall in London brachte Jahre später den wahren Täter ans Licht: Mark Dixie, einen britischen Koch, der 2005 zusätzlich eine 18-jährige Sängerin ermordet hatte.
Werdegang
Mark Philip Dixie wurde am 24. September 1970 in Streatham im Süden Londons geboren. Seine Eltern trennten sich, als er anderthalb Jahre alt war. Er arbeitete zeitlebens als Koch und war nach eigenem Eingeständnis über Jahre schwerer Alkohol-, Cannabis- und Kokainkonsument. Bereits 1986 wurde er wegen eines bewaffneten Überfalls auf eine Frau in Stockwell verurteilt, in den folgenden Jahren kamen Verurteilungen wegen Einbruchs, Raubs sowie mehrerer Sexualdelikte hinzu. 1993 zog er nach Australien, überschritt dort sein Visum und wurde 1999 nach einer weiteren Sexualstraftat abgeschoben. Während seines Aufenthalts soll er 1998 zudem eine thailändische Frau überfallen und vergewaltigt haben, was DNA-Spuren später bestätigten, ohne dass es damals zu einer Anklage kam.
Die Tat
Am 25. September 2005 kehrte die 18 Jahre alte Sängerin und Nachwuchsmodel Sally Anne Bowman von einem Abend mit Freunden nach Hause zurück, nach einem Streit mit ihrem Freund verließ sie dessen Auto zu Fuß, nur wenige Meter von ihrer eigenen Haustür in Süd-Croydon entfernt. Dort erstach er sie, vergewaltigte die Sterbende oder bereits Tote und raubte ihr Handtasche, Handy und Kleidungsstücke. Auf Wange, Hals und Brust der jungen Frau hinterließ er Bissspuren.
Ermittlung und Festnahme
Fast ein Jahr blieb die Tat ungeklärt. Erst im Juni 2006 nahm die Polizei ihn nach einer Kneipenschlägerei während eines Fußball-Weltmeisterschaftsspiels in Crawley, West Sussex, fest und entnahm ihm dabei routinemäßig eine DNA-Probe. Der Abgleich mit den Spuren am Körper des Opfers überführte ihn.
Prozess
Am Old Bailey in London gab Mark Dixie zu, mit der Leiche der jungen Frau Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, bestritt aber, sie getötet zu haben. Die zwölfköpfige Jury glaubte ihm nach zweitägiger Beratung nicht und sprach ihn am 22. Februar 2008 einstimmig des Mordes schuldig. Das Gericht verhängte lebenslange Haft mit einer Mindestverbüßungszeit von 34 Jahren.
Nachwirkungen
Der Fall zog noch Jahre später weitere Kreise. 2007 verglichen Ermittler seine DNA mit Spuren einer Vergewaltigung im spanischen Fuengirola von 2003, für die zu diesem Zeitpunkt bereits ein Niederländer namens Romano van der Dussen zu Unrecht verurteilt war und einsaß. 2015 gestand Mark Dixie diese Tat, woraufhin der zu Unrecht Verurteilte 2016 nach zwölf Jahren Haft rehabilitiert und freigelassen wurde. 2017 verurteilte ein Gericht ihn zudem für zwei weitere Vergewaltigungen aus den Jahren 1986 und 2002 zu zwei zusätzlichen lebenslangen Freiheitsstrafen. Er sitzt bis heute in britischer Haft, frühestens im Jahr 2040 könnte er entlassen werden.