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Mark Bridger

Straßenszene im Zentrum von Machynlleth in Wales, nahe dem Wohnort von April Jones und Mark Bridger
john bristow / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Am 1. Oktober 2012 verließ die fünfjährige April Jones das Haus einer Freundin in ihrem walisischen Heimatort, um mit dem Fahrrad die kurze Strecke nach Hause zu fahren. Sie kam nie an. Zeugen sahen, wie sie in ein Fahrzeug stieg, das einem Nachbarn gehörte. Bis heute wurde ihre Leiche nicht gefunden, ihr Fall gehört zu den bekanntesten ungeklärten Vermisstenfällen Großbritanniens, obwohl der Täter längst verurteilt ist.

Werdegang

Mark Leonard Bridger wurde am 6. November 1965 in einem Krankenhaus in Carshalton bei London geboren. Zur Tatzeit lebte er in Ceinws, einem kleinen Weiler nahe Machynlleth im walisischen Powys, nur wenige Straßen von der Familie seines späteren Opfers entfernt. Nachbarn kannten ihn als unauffällig, im Prozess beschrieb ihn der zuständige Richter jedoch später als „pathologischen und geschickten Lügner”.

Die Tat

Am Nachmittag des 1. Oktober 2012 stieg April Jones freiwillig in ein Fahrzeug, das ihm gehörte, ganz in der Nähe ihres Elternhauses in Machynlleth. Ermittler gehen davon aus, dass er das Mädchen zu seinem Cottage in Ceinws brachte, wo er es sexuell missbrauchte und tötete. Um die Tat zu verschleiern, gab er später an, er habe das Kind aus Versehen mit seinem Auto angefahren und könne sich an nichts Weiteres erinnern. Die Ermittlungen legten jedoch nahe, dass er die Leiche zerstückelte und die Überreste vernichtete, möglicherweise durch Verbrennen in seinem eigenen Kamin oder durch Entsorgung im nahegelegenen Fluss Dyfi.

Die größte Suche der britischen Polizeigeschichte

Bereits am Abend des Verschwindens erstattete die Familie Anzeige. Die anschließende Suchaktion, an der Hunderte Freiwillige, Polizeikräfte und Spezialeinheiten beteiligt waren, gilt bis heute als die umfangreichste Suche nach einer vermissten Person in der Geschichte der britischen Polizei. Trotzdem wurde Aprils Leiche nie gefunden. Mark Bridger wurde bereits am 2. Oktober 2012, nur einen Tag nach der Tat, festgenommen und wegen Kindesentführung, Mordes, Behinderung der Justiz sowie widerrechtlicher Verwahrung und Beseitigung einer Leiche angeklagt.

Prozess

Der Prozess begann am 29. April 2013 vor Richter John Griffith Williams. Der Angeklagte bekannte sich der Tötung im Grundsatz schuldig, behauptete aber, sich nicht mehr daran erinnern zu können, wo er die Leiche zurückgelassen habe, ein „Gedächtnisverlust”, dem das Gericht keinen Glauben schenkte. Am 30. Mai 2013 sprach ihn die Jury in allen Anklagepunkten für schuldig, darunter Entführung, Mord und Verdunkelung der Justiz.

Nachwirkungen

Der Richter verurteilte Mark Bridger zu lebenslanger Haft mit einem sogenannten Whole Life Order, also ohne jede Aussicht auf eine spätere Entlassung, und bezeichnete ihn in seiner Urteilsbegründung als pädophilen Täter, der das Mädchen gezielt zu sexuellen Zwecken entführt und anschließend getötet habe. 2013 wurde er im Gefängnis von Mitinsassen angegriffen, einen später eingelegten Berufungsantrag zog er 2014 wieder zurück. Der Fall veränderte die Ermittlungsarbeit bei Vermisstenfällen in Großbritannien nachhaltig und führte zu einer landesweiten Debatte über den Umgang mit verurteilten Sexualstraftätern in ländlichen Gemeinden.

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