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Mario Celaire

Wohnstraße im Londoner Stadtteil Norbury, wo Mario Celaire sein erstes Opfer tötete
Robin Webster, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerLondon , Großbritannien
Aktive Jahre
2001–2007
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Ein Geschworenengericht brauchte 2002 keine drei Stunden, um Mario Celaire vom Mord an seiner Ex-Freundin freizusprechen. Fünf Jahre später überlebte eine zweite Ex-Freundin nur knapp einen fast identischen Angriff und lieferte damit ausgerechnet die Beweise, die ihn am Ende doch noch hinter Gitter brachten, als erste Person in Großbritannien, die für dieselbe Tat ein zweites Mal vor Gericht kam, obwohl ein Gericht sie zuvor bereits freigesprochen hatte.

Werdegang

Mario Celaire wuchs im südöstlichen Londoner Stadtteil Sydenham auf und schaffte es bis in den Profifußball, unter anderem bei Maidstone United und Brentford FC. Mit gerade einmal 15 Jahren wurde er wegen der Vergewaltigung eines minderjährigen Mädchens mit einer Behinderung zu vier Jahren Haft verurteilt und musste sich fortan im britischen Sexualstraftäter-Register melden. Der frühe Eintrag blieb kein Einzelfall: Beziehungen zu jungen Frauen endeten bei ihm wiederholt in Gewalt.

Der Tod von Cassandra McDermott

Am 26. November 2001 schlug Mario Celaire seine Ex-Freundin Cassandra McDermott, 19 Jahre alt, im Haus ihrer Mutter in der Granville Gardens im südlondoner Stadtteil Norbury mehrfach mit dem Kopf gegen eine Türkante. Die junge Frau erstickte in der Folge an ihrem eigenen Erbrochenen. Vor Gericht behauptete er im November 2002, er habe sie „lebendig und wohlauf” verlassen, eine Version, der die Geschworenen des Old Bailey in weniger als drei Stunden Glauben schenkten. Er wurde freigesprochen und ging fortan zeitweise unter dem Namen Mario McNish durch das Leben.

Der Angriff auf Kara Hoyte

Fast auf den Tag genau fünf Jahre später, im Februar 2007, griff Mario Celaire seine damalige Ex-Freundin Kara Hoyte an, mit der er seit ihrem 15. Lebensjahr zusammen gewesen war und deren Trennungswunsch er nicht hinnehmen wollte. In einer Wohnung im Osten Londons schlug er mit einem Hammer auf ihren Kopf ein, brach ihren Schädel an drei Stellen und trieb Knochensplitter ins Gehirn. Kara Hoyte überlebte, doch monatelang konnte sie nach dem Angriff überhaupt nicht sprechen, litt unter einer Aphasie und einer halbseitigen Lähmung. Neun Monate lang blieb ihr die Sprache verwehrt.

Wiederaufnahme dank abgeschafftem Doppelbestrafungsverbot

Als Kara Hoyte sich langsam erholte, gelang es ihr trotz ihrer Sprachlosigkeit, auf eine Namensliste zu deuten und so ihren Angreifer zu identifizieren. Sie berichtete den Ermittlern zudem, Mario Celaire habe ihr gegenüber gestanden, Cassandra McDermott „versehentlich” getötet zu haben, eine Aussage, die den 2002 bereits abgeschlossenen Fall neu aufrollte. Möglich wurde das nur, weil England und Wales 2005 das jahrhundertealte Doppelbestrafungsverbot für schwere Verbrechen abgeschafft hatten, sofern zwingende neue Beweise auftauchten. Mario Celaire wurde damit zur ersten Person in Großbritannien, die für eine Tat erneut vor Gericht gestellt wurde, von der sie ein Geschworenengericht zuvor bereits freigesprochen hatte.

Prozess und Urteil

Im Mai 2009 gestand er im zweiten Prozess Totschlag an Cassandra McDermott. Am 3. Juli 2009 verurteilte Richter Paul Worsley ihn zu lebenslanger Haft für beide Taten, mit einer Mindestverbüßungszeit von insgesamt 23 Jahren, davon acht Jahre für Cassandra McDermotts Tod und 23 Jahre für den Angriff auf Kara Hoyte, die parallel liefen. „Sie stellen für junge Frauen, mit denen Sie eine enge Beziehung eingehen, eine sehr reale und andauernde Gefahr dar”, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Nachwirkungen

Mario Celaire sitzt bis heute in einem britischen Gefängnis ein. Sein Fall gilt in Großbritannien als Präzedenzfall für die 2005 reformierte Doppelbestrafungsregel und wird bis heute in juristischen Debatten über deren Anwendung angeführt.