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Marie Fikáčková

Die Stadt Sušice im Böhmerwald, wo Marie Fikáčková im Krankenhaus arbeitete
Jiekeren, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
2
Opfer
hingerichtet
SerienmörderSušice , Tschechien
Aktive Jahre
1960
Modus Operandi
Stumpfe Gewalt

Zwei Säuglinge starben nach derselben Schicht an nahezu gleichen schweren Kopfverletzungen. Erst die Obduktionen machten aus den vermeintlich natürlichen Todesfällen einen Mordverdacht und führten zur Krankenschwester Marie Fikáčková. ČT24 belegt zwei Mordschuldsprüche; spätere Behauptungen über bis zu zehn Todesopfer blieben ohne forensischen Nachweis.

Werdegang

Sie schloss 1955 die Gesundheitsfachschule in Klatovy ab und begann anschließend ihre Tätigkeit auf der Neugeborenenstation in Sušice. Kolleginnen beschrieben sie als ruhig, zuverlässig und auffallend fürsorglich im Umgang mit den ihr anvertrauten Säuglingen, niemand vermutete hinter dieser Fassade, wozu sie fähig war.

Die Tat vom 23. Februar 1960

An diesem Tag tötete sie während ihrer Schicht zwei neugeborene Mädchen: Eines von ihnen war erst rund 20 Stunden alt, das andere fünf Wochen. Beide starben an schweren Kopfverletzungen, die sie ihnen durch Schläge und Druck zufügte.

Geständnis und ungeklärte weitere Fälle

Nach ihrer Festnahme am 27. Februar 1960 gestand sie, seit 1957 mindestens zehn Neugeborene angegriffen zu haben. Als Auslöser beschrieb sie einen unkontrollierbaren inneren Zorn, den das Weinen der Kinder in ihr auslöste, besonders ausgeprägt kurz vor und während ihrer Menstruation. Vor Gericht ließen sich jedoch nur die beiden Todesfälle vom 23. Februar 1960 zweifelsfrei nachweisen, für die sie auch verurteilt wurde. Die früheren, von ihr selbst behaupteten Angriffe aus den Jahren 1957 bis 1959 blieben juristisch unbewiesen, auch wenn sie bis heute in der tschechischen Presse häufig als Tatsache dargestellt werden.

Prozess und Hinrichtung

Ein psychiatrisches Gutachten stufte sie als schuldfähig ein, attestierte ihr aber eine Neigung zu Depressionen, Hysterie und unkontrollierten Wutausbrüchen. Das Volksgericht Klatovy verurteilte sie am 4. Oktober 1960 zum Tode, das Bezirksgericht Pilsen bestätigte das Urteil am 24. November 1960. Am 13. April 1961 wurde sie im Gefängnis Pankrác in Prag durch den Strang hingerichtet.

Nachwirkungen

Der Fall gilt in Tschechien bis heute als einer der erschütterndsten der Nachkriegszeit und wird von der regionalen Presse noch Jahrzehnte später immer wieder aufgegriffen. Vergleichbare Fälle von Pflegekräften, die ihnen anvertraute Kinder aus einem unkontrollierten inneren Zwang heraus angriffen, gab es auch später andernorts, etwa bei der britischen Kinderkrankenschwester Beverly Allitt, die 1991 vier Kleinkinder tötete.