Marianne Nölle
- Aktive Jahre
- 1984–1991
- Modus Operandi
- Vergiftung
Sechs Tötungen durch überdosierte Medikamente sah das Kölner Gericht 1993 als bewiesen an. Der zeitgenössische UPI-Urteilsbericht dokumentiert das lebenslange Urteil gegen Marianne Nölle; höhere Zahlen von angeblich 17 Toten blieben Verdacht. Die Altenpflegerin bestritt die Vorwürfe bis zu ihrem Tod am 28. Juli 2022.
Werdegang
Sie arbeitete als Altenpflegerin in einem Kölner Pflegeheim und genoss zunächst als zuverlässige, erfahrene Kraft einen guten Ruf bei Kollegen und Angehörigen der Bewohner.
Taten
Zwischen 1984 und 1991 verabreichte sie Patienten überdosierte Mengen des Beruhigungsmittels Truxal, dessen Wirkstoff Chlorprothixen in hoher Dosis tödlich wirken kann. Das Gericht sah sechs vollendete Tötungen als bewiesen an. Darüber hinaus kursierende höhere Opferzahlen sind durch den geprüften Urteilsbericht nicht belegt.
Ermittlung und Prozess
Der Sohn eines Patienten erstattete Anzeige wegen eines Diebstahlsverdachts, im Zuge dieser Ermittlungen gerieten die auffällig vielen Todesfälle in ihrem Umfeld erstmals in den Fokus der Polizei. 1993 verurteilte ein Gericht sie wegen sechsfachen Mordes zu lebenslanger Haft. Ein Geständnis legte sie zu keinem Zeitpunkt ab.
Nachwirkungen
Der Fall zählt zu den bekanntesten deutschen Kriminalfällen einer tötenden Pflegekraft und wird bis heute als Beispiel dafür angeführt, wie lange auffällige Sterblichkeitsmuster in Pflegeeinrichtungen unentdeckt bleiben können, wenn niemand systematisch nachfragt.