Maria Gruber
- Aktive Jahre
- 1983–1989
- Modus Operandi
- VergiftungKomplizen
Zwischen 1983 und 1989 beteiligte sich die Pflegehelferin Maria Gruber als jüngstes Mitglied der als „Todesengel von Lainz” bekannten Gruppe an Morden im Wiener Krankenhaus Lainz, das Gericht sah 1991 zwei Fälle als erwiesen an. Mit 15 Jahren Haft erhielt sie 1991 die mildeste Strafe der vier Angeklagten.
Werdegang
Gruber wurde 1964 geboren und war zur Tatzeit die jüngste und dienstjüngste der vier Frauen. Mit vergleichsweise wenig Berufserfahrung geriet sie in den Sog der bereits etablierten Gruppe um Waltraud Wagner und Irene Leidolf auf Pavillon V des Krankenhauses Lainz.
Die Taten
Gruber beteiligte sich an der von der Gruppe entwickelten „Mundpflege” genannten Tötungsmethode, bei der Patienten durch erzwungene Wassergaben erstickten, sowie an Überdosierungen mit dem Beruhigungsmittel Rohypnol. Die Gerichtsprotokolle wiesen ihr die geringste Zahl nachgewiesener Taten unter den vier Frauen zu.
Ermittlung und Festnahme
Nachdem ein Arzt die Gruppe in einer Wirtshausrunde über ihre Taten hatte sprechen hören und der Fall des Patienten Franz Kohout im April 1989 die entscheidende Ermittlung auslöste, wurde Gruber gemeinsam mit den drei anderen Frauen am 7. April 1989 festgenommen.
Prozess
Im Prozess 1991 wurde Gruber wegen Totschlags und versuchten Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt, der mildesten Strafe unter den vier Angeklagten.
Nachwirkungen
Gruber kam nach rund zwölf Jahren Haft frei und nahm wie ihre drei früheren Kolleginnen einen neuen Namen an. Der Fall führte in Österreich zu weitreichenden Reformen bei der Kontrolle und Ausbildung von Pflegepersonal in geriatrischen Einrichtungen.