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Marcel Petiot

genannt „Docteur Satan"

Marcel Petiot, fotografiert 1944
Keystone-France (anonym), via Wikimedia Commons · Public Domain
26
Opfer
„Docteur Satan"
hingerichtet
SerienmörderParis , Frankreich
Aktive Jahre
1942–1944

Verdächtiger Rauch führte Polizei und Feuerwehr am 11. März 1944 zu einem Haus in der Rue Le Sueur 21. Dort fanden sie verbrannte und mit Kalk behandelte menschliche Überreste. Marcel Petiot hatte im besetzten Paris Menschen mit dem Versprechen einer sicheren Flucht angelockt und beraubt. Das Gericht sprach ihn 1946 wegen 26 Morden schuldig; seine Behauptung, er habe 63 Kollaborateure für die Résistance getötet, überzeugte die Richter nicht.

Werdegang

Bereits als junger Mann wurde er wegen psychischer Auffälligkeiten aus dem Militärdienst des Ersten Weltkriegs entlassen und mehrfach in psychiatrische Kliniken eingewiesen. Trotzdem gelang es ihm, ein Medizinstudium abzuschließen und sich in Paris als Arzt niederzulassen, wo er wegen mysteriöser Todesfälle in seinem Umfeld wiederholt polizeilich verdächtigt, aber nie verurteilt wurde.

Taten

Unter dem Vorwand, gegen Bezahlung eine sichere Fluchtroute aus dem besetzten Frankreich organisieren zu können, lockte er verzweifelte Menschen, überwiegend Juden, in sein Haus in der Rue Le Sueur 21. Dort verabreichte er ihnen angebliche “Schutzimpfungen”, tatsächlich tödliche Injektionen. In einem eigens umgebauten, schalldichten Raum mit Gasleitung und Beobachtungsluke ließ er einen Teil seiner Opfer zudem ersticken. Anschließend zerstückelte er die Leichen und verbrannte sie in einem selbst gebauten Ofen im Keller oder löste sie in einer mit Löschkalk gefüllten Grube auf, um sie spurlos verschwinden zu lassen.

Entdeckung und Flucht

Am 11. März 1944 alarmierten Nachbarn wegen penetranten Geruchs und Rauch aus dem Kamin die Feuerwehr, die im Keller des Hauses zerstückelte, teils verbrannte Leichenteile fand. Er entkam zunächst der Festnahme und tauchte unter, ehe die Militärpolizei ihn am 31. Oktober 1944 aufspürte.

Prozess und Hinrichtung

Der Prozess begann am 18. März 1946. Er bestritt Mord und erklärte, ausschließlich Kollaborateure und Gestapo-Spitzel im Auftrag der Résistance getötet zu haben, eine Behauptung, die er nie belegen konnte und die das Gericht verwarf. Am 4. April 1946 wurde er zum Tode verurteilt und am 25. Mai 1946 in Paris hingerichtet.

Nachwirkungen

Der Fall Marcel Petiot zählt zu den bekanntesten Kriminalfällen der französischen Geschichte und wurde mehrfach verfilmt, unter anderem 1990 mit Michel Serrault in der Hauptrolle.

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