Marcel Barbeault
- Aktive Jahre
- 1969–1976
- Modus Operandi
- ErschießenStumpfe GewaltErstechen
Acht Tötungen wurden dem „Schattenmörder” zugeschrieben, doch das Schwurgericht von Oise verurteilte Marcel Henri Barbeault nur für fünf. Drei weitere Fälle ließen sich nicht sicher beweisen. Der zeitgenössische Urteilsbericht von Le Monde dokumentiert die fünf Schuldsprüche und die lebenslange Freiheitsstrafe.
Werdegang
Über seine Kindheit und Jugend ist wenig überliefert. Als Erwachsener lebte er unauffällig in der Region um Nogent-sur-Oise und beobachtete seine spätere Opfer teils über längere Zeit, bevor er zuschlug.
Taten
Zwischen 1969 und 1976 wurden acht Tötungen rund um Nogent-sur-Oise einer Serie zugerechnet. Das Schwurgericht sprach Marcel Barbeault nur wegen der letzten fünf Opfer schuldig. Die drei ersten Fälle blieben ungeklärt:
- Thérèse Adam, 49 Jahre, ungeklärt
- Suzanne Merienne, 44 Jahre, ungeklärt
- Annick Delisle, 29 Jahre, ungeklärt
- Eugène Stéphan, 25 Jahre, gerichtlich bestätigt
- Mauricette Van Hyfte, 23 Jahre, gerichtlich bestätigt
- Josette Routier, 29 Jahre, gerichtlich bestätigt
- Julia Gonçalves, 29 Jahre, gerichtlich bestätigt
- Françoise Jakubowska, 20 Jahre, gerichtlich bestätigt
Er erschoss die meisten seiner Opfer mit einem Kleinkalibergewehr vom Kaliber .22, in mehreren Fällen schlug er zusätzlich mit einem Spaten zu oder stach zu. Anschließend zog er die Leichen teilweise aus und entwendete ihre Handtaschen, eine sexuelle Komponente der Taten ließ sich dagegen nicht nachweisen.
Ermittlung und Festnahme
Die Ermittlungen zogen sich über Jahre hin, da die einzelnen Taten zunächst nicht sicher miteinander verbunden werden konnten. Den entscheidenden Hinweis lieferte im Dezember 1976 ein anonymer Anruf. Der ermittelnde Kommissar Daniel Neveu stellte daraufhin über gefundene Munition und Waffen die Verbindung zwischen dem Verdächtigen und den Morden her. Die Festnahme erfolgte am 14. Dezember 1976.
Prozess
Der Prozess vor dem Gericht in Beauvais begann am 25. Mai 1981. Am 10. Juni 1981 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Todesstrafe, die zum Tatzeitpunkt noch möglich gewesen wäre, wurde nicht verhängt, da kurz zuvor François Mitterrand zum französischen Präsidenten gewählt worden war und Hinrichtungen in seiner Amtszeit ausblieben, bevor die Todesstrafe 1981 ganz abgeschafft wurde.
Nachwirkungen
Marcel Barbeault sitzt bis heute in der Zentralstrafanstalt Saint-Maur ein, wo er über lange Zeit als Gefängnisbibliothekar arbeitete.