Malcolm Green
- Aktive Jahre
- 1971–1990
- Modus Operandi
- ErstechenStumpfe GewaltZerstückelung
Achtzehn Jahre nach seinem ersten Mord entließ ihn ein Psychiater als ungefährlich. Keine zwei Jahre später fanden Passanten entlang südwalisischer Landstraßen mehrere Plastiktüten mit menschlichen Körperteilen, fein säuberlich zersägt. Malcolm Green ist einer von nur vier Waliser, die je zu einer echten lebenslangen Haftstrafe ohne jede Aussicht auf Entlassung verurteilt wurden.
Werdegang
Malcolm Green wurde 1946 als fünftes von zwölf Kindern in Cardiff geboren. Als er zwanzig Jahre alt war, wurde sein älterer Bruder Roger 1965 von einem Zug erfasst und enthauptet, ein traumatisches Erlebnis, das manche Berichte später fälschlich in seine Kindheit vorverlegten. Er arbeitete zunächst in einem Schlachthof, später als Kranfahrer in den Docks von Cardiff. Mit 21 Jahren heiratete er, zum Zeitpunkt seines ersten Mordes lag seine Frau nach einer Fehlgeburt im Krankenhaus.
Der erste Mord
Am 21. Juni 1971 griff er nach einem Nachtclubbesuch die 41-jährige Prostituierte Glenys Johnson in der Nähe der Cardiffer Docks an und schnitt ihr mit einer zerbrochenen Flasche eine fünf Zoll lange Wunde in den Hals. Anschließend rief er selbst die Polizei an und drohte, vier weitere Menschen zu töten, ein Anruf, der bis zum örtlichen Stahlwerk zurückverfolgt werden konnte. Ihre halb entkleidete Leiche wurde unter einem geparkten Auto gefunden. Er gestand die Tat zunächst, widerrief sie dann wieder und erklärte bei seiner Festnahme lediglich, er wisse nicht, wie es dazu gekommen sei. Am 5. November 1971 verurteilte ihn ein Gericht zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 25 Jahren.
Entlassung und zweiter Mord
Im Oktober 1989 wurde er nach achtzehn Jahren aus dem offenen Vollzug in Leyhill entlassen, ein Psychiater hatte ihm bescheinigt, keine Gefahr mehr darzustellen. Am 11. März 1990 tauchte der 25-jährige neuseeländische Rucksacktourist Clive Tully mittellos vor seinem Haus in Bristol auf. Am 19. März erschlug Malcolm Green ihn im Wohnzimmer mit einem Hammer und zerlegte die Leiche anschließend mit einer Säge in einzelne Teile, die er sorgfältig in Plastiktüten verpackte. Zwischen dem 22. und 26. März wurden Torso, Kopf und Gliedmaßen an mehreren Straßen im südwalisischen Rogerstone und St Brides gefunden, ein Fall, der in der britischen Presse als „Body in the Bags” bekannt wurde. Ein Grafiker rekonstruierte anhand eines computergestützten Fotos das Gesicht des Opfers und ermöglichte so dessen Identifizierung.
Prozess
Er wurde am 30. März 1990 festgenommen. Im Oktober und November 1991 verurteilte ihn das Bristol Crown Court erneut wegen Mordes zu lebenslanger Haft, diesmal mit einer empfohlenen Mindestdauer von 25 Jahren. Der damalige Innenminister wandelte die Strafe jedoch in einen sogenannten „whole life tariff” um, eine echte lebenslange Haft ohne jede Möglichkeit vorzeitiger Entlassung.
Nachwirkungen
Malcolm Green sitzt bis heute in Haft und zählt zu einer Handvoll Gefangener in Wales, die je mit einem solchen Urteil belegt wurden. 2012 erklärte die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte lebenslange Haftstrafen ohne Überprüfungsmöglichkeit grundsätzlich für unvereinbar mit dem Verbot unmenschlicher und erniedrigender Behandlung, an seiner eigenen Haftsituation änderte das jedoch nichts. Der Fall gilt in Großbritannien als warnendes Beispiel dafür, wie schwer sich das Rückfallrisiko selbst nach jahrzehntelanger Haft und fachärztlicher Begutachtung einschätzen lässt.