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Madani Bouhouche

genannt „Dany"

Der Justizpalast in Brüssel, Ort des Prozesses gegen Madani Bouhouche 1994/1995
Jefke Blouson, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
„Dany"
verstorben
TotschlägerAntwerpen , Belgien
Aktive Jahre
1982–1989
Modus Operandi
ErschießenKomplizen

Der ehemalige belgische Gendarm Madani Bouhouche, genannt “Dany”, wurde 1995 wegen Totschlags an einem Diamantenhändler in Antwerpen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Über Jahrzehnte hinweg stand er zusätzlich im Verdacht, tief in die bis heute nicht restlos aufgeklärte Mordserie der sogenannten Bende van Nijvel verstrickt zu sein, ohne dass sich das je gerichtsfest beweisen ließ.

Werdegang

Geboren am 14. Juni 1952, diente er in der königlich-belgischen Gendarmerie, bevor er als privater Ermittler und in undurchsichtigen Geschäften am Rand der Legalität tätig wurde. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Robert Beijer, ebenfalls ein Ex-Gendarm, geriet er wiederholt in den Fokus der belgischen Justiz.

Verdachtsmomente und ungeklärte Fälle

1982 verschwand der Geldbote Francis Zwarts spurlos, zusammen mit einer Ladung Gold und Wertpapieren, ein Fall, der bis heute als ungelöst gilt und in dem beide Ex-Gendarmen als Verdächtige genannt wurden. 1986 wurde er zudem als Verdächtiger im Mord an dem Waffeningenieur Juan Mendez festgenommen, eine bei ihm gefundene Pistole galt als ballistisch nahezu identisch mit der Tatwaffe. Die Beweislage hielt vor Gericht jedoch nicht stand, sodass er 1988 wieder freigelassen wurde. In denselben Jahren sorgte in Belgien die Bende van Nijvel für Schrecken, eine bis heute nicht identifizierte Tätergruppe, die bei einer Serie bewaffneter Raubüberfälle auf Supermärkte 28 Menschen tötete. Beide Männer wurden von Ermittlern wiederholt mit dem Umfeld dieser Gruppe in Verbindung gebracht, ohne dass ihnen eine Beteiligung je nachgewiesen werden konnte.

Die Tat und der Prozess

Am 2. September 1989 kam es in Antwerpen im Büro des libyschen Diamantenhändlers Ali Suleiman zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Ex-Gendarm den Mann erschoss. Der Prozess gegen ihn und seinen Komplizen begann im Herbst 1994 vor dem Brüsseler Gericht und zählte mit über fünf Monaten Dauer zu den längsten in der belgischen Rechtsgeschichte. Neben dem Totschlag an dem Diamantenhändler wurde ihm der Besitz gestohlener Waffen aus einem Überfall auf eine Sondereinheit der Gendarmerie 1982 zur Last gelegt. Im Januar 1995 verurteilte ihn das Gericht zu 20 Jahren Haft, sein Komplize erhielt 14 Jahre.

Nachwirkungen

Am 15. September 2000 kam er auf Bewährung frei und zog sich unter dem Namen “Daniel Bureau” in die französischen Pyrenäen zurück, wo er zurückgezogen lebte. Am 22. November 2005 wurde er tot in der Nähe von Foix aufgefunden, offenbar von einem Baum erschlagen, den er beim Baumfällen selbst zu Fall gebracht hatte. Die französischen Behörden stuften den Tod als Unfall ein. Die Fragen rund um seine mögliche Rolle in den ungeklärten Fällen der 1980er Jahre blieben mit seinem Tod endgültig unbeantwortet.

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