Mack Ray Edwards
- Aktive Jahre
- 1953–1969
- Modus Operandi
- ErschießenErwürgenErstechenVergewaltigung
Am 6. März 1970 ging Mack Ray Edwards selbst zu einer Polizeiwache in Los Angeles und begann über verschwundene Kinder zu sprechen. Drei seiner sechs Geständnisse führten zu Mordschuldsprüchen, drei weitere blieben ohne Anklage. Die Los Angeles Times rekonstruierte die erneute behördliche Suche Jahrzehnte später anhand seiner Briefe, Geständnisse und der weiterhin vermissten Opfer.
Werdegang
Er wurde am 17. Oktober 1918 in Montgomery County, Arkansas, geboren und zog 1941 nach Los Angeles County. Er diente im Zweiten Weltkrieg als Pionier bei den Army Corps of Engineers, heiratete 1946 Mary Howell und adoptierte mit ihr zwei Kinder. Beruflich arbeitete er über Jahrzehnte als Baumaschinenführer für Caltrans und andere Auftraggeber und bediente Bagger und Planierraupen bei zahlreichen Autobahnbauprojekten in Südkalifornien.
Kriminelle Aktivitäten
Am 20. Juni 1953 entführte er die achtjährige Stella Darlene Nolan von einem Flohmarkt in Norwalk, erwürgte und erstach sie und vergrub ihre Leiche nahe einer Baustelle des Santa Ana Freeway. Don Baker und Brenda Howell verschwanden am 6. August 1956 bei einer Radtour in den San Gabriel Canyon; ihre Leichen wurden nie gefunden, Mack Ray Edwards gestand später beide Tötungen. Am 26. November 1968 erschoss er den 16 Jahre alten Gary Rochet bei einem missglückten Entführungsversuch in dessen Elternhaus in Sylmar. Roger Madison verschwand am 16. Dezember 1968 nach dem Verlassen seines Elternhauses, auch diese Tötung gestand der Straßenbauarbeiter. Am 16. Mai 1969 verschwand der 13 Jahre alte Donald Allen Todd, nachdem er seine Schule verlassen hatte. Sein erschossener Körper wurde unter einer Fußgängerbrücke nahe seinem Zuhause gefunden. Mack Ray Edwards bekannte sich später auch zu dieser Tötung schuldig.
Namentlich bekannte Opfer (chronologisch):
- Stella Darlene Nolan (8), entführt und getötet am 20. Juni 1953 in Norwalk
- Don Baker (13), verschwunden am 6. August 1956 auf dem Weg in den San Gabriel Canyon, Tötung gestanden
- Brenda Howell (11), verschwunden am 6. August 1956 auf dem Weg in den San Gabriel Canyon, Tötung gestanden
- Gary Rochet (16), erschossen am 26. November 1968 in Sylmar
- Roger Madison (16), verschwunden am 16. Dezember 1968 nach dem Verlassen seines Elternhauses, Tötung gestanden
- Donald Allen Todd (13), am 16. Mai 1969 nach dem Verlassen seiner Schule verschwunden, Mordschuldspruch
Ermittlung und Festnahme
Am 5. März 1970 entführte er drei Schwestern im Alter zwischen 12 und 14 Jahren aus deren Elternhaus in Sylmar, zwei der Mädchen konnten fliehen, das dritte ließ er wieder frei. Kurz darauf stellte er sich freiwillig einer Polizeidienststelle im San Fernando Valley, übergab eine geladene Waffe und gestand den Entführungsversuch sowie insgesamt sechs Morde an Kindern. Er äußerte dabei, unter einem starken Schuldkomplex zu leiden und weder essen noch schlafen zu können.
Prozess
Er bekannte sich wegen der Tötungen von Stella Darlene Nolan, Gary Rochet und Donald Allen Todd des Mordes ersten Grades sowie mehrerer Entführungen schuldig. Die Tötungen von Don Baker, Brenda Howell und Roger Madison blieben geständnisgestützte, aber nicht abgeurteilte Fälle. Am 5. Juni 1971 verurteilte ihn ein Gericht zum Tode in der Gaskammer, wobei er selbst aktiv auf ein möglichst hartes Urteil hinwirkte und die eigene Hinrichtung öffentlich befürwortete.
Nachwirkungen
Am 30. Oktober 1971, nur wenige Monate nach seiner Verurteilung, erhängte er sich mit einem Fernsehkabel in seiner Zelle in San Quentin, bevor das Todesurteil vollstreckt werden konnte. Ermittler brachten ihn im Nachhinein mit dem Verschwinden mehrerer weiterer Kinder in der Region zwischen 1956 und 1962 in Verbindung, ohne dass es je zu weiteren Anklagen kam. Sein Fall wurde später auch im Zusammenhang mit den ungeklärten „Freeway-Kindesmorden” der 1950er- und 1960er-Jahre in Südkalifornien diskutiert.