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Luis Alfredo Garavito

genannt „La Bestia"

Polizeifoto von Luis Alfredo Garavito nach seiner Festnahme 1999
Policía Nacional de Colombia, via Wikimedia Commons · Public Domain (kolumbianisches Recht)
138
Opfer
„La Bestia"
verstorben
SerienmörderPereira , Kolumbien
Aktive Jahre
1992–1999

Luis Alfredo Garavito missbrauchte und tötete zwischen 1992 und 1999 überwiegend arme Straßenjungen im Alter zwischen acht und sechzehn Jahren in mehreren kolumbianischen Departamentos sowie zeitweise in Ecuador. Ermittler bestätigten am Ende mindestens 138 Fälle, Garavito selbst gestand zeitweise bis zu 140, in Medienberichten kursieren bis heute Schätzungen von bis zu 300 möglichen Opfern über seine gesamte kriminelle Laufbahn. Sein Fall gilt als einer der folgenschwersten der lateinamerikanischen Kriminalgeschichte und löste in Kolumbien eine breite Debatte über den Schutz von Straßenkindern aus.

Werdegang

Er wurde am 25. Januar 1957 in Génova im Departamento Quindío geboren. Er berichtete später von schwerer Vernachlässigung durch seine Eltern, von Gewalt in der Familie sowie von sexuellem Missbrauch durch einen Apotheker im Jahr 1969. In der Schule wurde er gehänselt, bereits in der fünften Klasse musste er die Schule verlassen, um arbeiten zu gehen. Mit 16 Jahren verließ er das Elternhaus. Bereits zwischen 1980 und 1992 verging er sich nach eigenen späteren Angaben an schätzungsweise mehr als 200 Kindern im Alter zwischen sechs und sechzehn Jahren, ohne dass diese Taten zu seiner Festnahme führten, obwohl er zeitweise in psychiatrischer Behandlung war.

Kriminelle Aktivitäten

Sein erster bestätigter Mord ereignete sich am 4. Oktober 1992 an dem 13 Jahre alten Juan Carlos in Jamundí. Er gab sich gegenüber seinen Opfern häufig als Straßenhändler, Bettler, Mönch oder Person mit Behinderung aus, gewann durch kleine Geschenke wie Süßigkeiten ihr Vertrauen und lockte sie anschließend an abgelegene Orte. Dort fesselte er die Kinder, missbrauchte sie sexuell und tötete sie überwiegend durch Messerschnitte in den Hals, viele Leichen wiesen zudem Spuren von Fesselung und länger andauernder Folter auf. Zwischen 1992 und 1999 verübte er auf diese Weise Morde in insgesamt 59 kolumbianischen Städten, mit Schwerpunkten in den Departamentos Risaralda und Valle del Cauca, sowie zeitweise auch in Ecuador, unter anderem an den Jungen Abel Gustavo Loor Vélez (14) und Jimmy Leonardo Palacios Anchundia (12) in Chone im Sommer 1998.

Ermittlung und Festnahme

Im November 1998 entdeckten Ermittler Massengräber mit insgesamt 41 Kindern in den Departamentos Risaralda und Valle del Cauca. Zunächst vermuteten die Behörden einen Satanskult oder einen Menschenhandelsring hinter den Funden, bevor sich die Spur zu einem Einzeltäter verdichtete. Entscheidende Hinweise lieferten eine an mehreren Tatorten gefundene Brille mit einer seltenen Sehschwäche, Schuhabdrücke, die auf ein Hinken hindeuteten, sowie an manchen Tatorten zurückgelassene Branntweinflaschen. Am 22. April 1999 wurde er wegen des versuchten Missbrauchs des 12 Jahre alten John Iván Sabogal in Villavicencio festgenommen, zunächst unter der falschen Identität eines Lokalpolitikers.

Prozess

Am 28. Oktober 1999 gestand er nach intensiven Verhören rund 140 Morde, 2003 folgten weitere Geständnisse zu 28 zusätzlichen Fällen. DNA-Spuren von Tatorten stimmten mit Proben aus seiner Gefängniszelle überein. Zwischen 2000 und 2001 verurteilten kolumbianische Gerichte ihn in mehreren Verfahren zu einer Gesamtstrafe von 1.853 Jahren und neun Tagen, damals die längste je in Kolumbien verhängte Haftstrafe. Da das kolumbianische Recht die tatsächlich zu verbüßende Höchststrafe auf 40 Jahre begrenzte und er bei der Suche nach den sterblichen Überresten weiterer Opfer kooperierte, reduzierte sich seine effektive Haftzeit auf rund 22 Jahre.

Nachwirkungen

Er saß seine Strafe unter besonderen Schutzmaßnahmen isoliert von anderen Häftlingen im Hochsicherheitsgefängnis EPAMS Valledupar ab. Ein 2021 gestellter Antrag auf vorzeitige Entlassung wurde von einem Richter wegen offener Entschädigungszahlungen an die Opferfamilien abgelehnt, was in Kolumbien scharfe öffentliche Kritik auslöste, viele forderten angesichts der Tatschwere lebenslange Haft. Er erkrankte in seinen letzten Lebensjahren an Augenkrebs und Leukämie, erblindete und benötigte tägliche Bluttransfusionen. Er starb am 12. Oktober 2023 im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in Valledupar.

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