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Luigi Chiatti

genannt „Mostro di Foligno"

Blick über die Dächer von Foligno in Umbrien
Wikimedia Commons / Diego Baglieri · CC BY-SA 4.0
2
Opfer
„Mostro di Foligno"
inhaftiert
SerienmörderFoligno , Italien
Aktive Jahre
1992–1993

Mit „il Mostro”, dem Monster, unterzeichnete er die höhnischen Briefe, die während der Mordserie bei der Polizei eingingen. Dass hinter diesen Zeilen ein junger Mann steckte, den man als Kind ins Waisenhaus gegeben und später in eine angesehene Arztfamilie adoptiert hatte, machte den Fall umso verstörender. Luigi Chiatti, geboren am 27. Februar 1968 in Narni als Antonio Rossi, ermordete zwischen Oktober 1992 und August 1993 in seiner Heimatstadt Foligno zwei Kinder. Die italienische Presse nannte den Fall „Mostro di Foligno“, in Anlehnung an den Namen, mit dem serielle Kindermörder in Italien traditionell belegt werden. Nach seiner Festnahme gestand er beide Taten.

Werdegang

Seine leibliche Mutter, eine junge Kellnerin, konnte ihn nach der Geburt nicht großziehen und gab ihn in ein Waisenhaus in Narni. Mit sechs Jahren wurde er von einem wohlhabenden Ehepaar aus Foligno adoptiert, einem Arzt und dessen Frau. Am 13. Juni 1975 erhielt er offiziell deren Familiennamen und den Vornamen Luigi. Über seine Kindheit und Jugend in der neuen Familie ist öffentlich wenig bekannt, Berichte sprechen jedoch von einer isolierten, auffälligen Persönlichkeit, der Gutachter später eine teilweise verminderte Schuldfähigkeit attestierten.

Taten

Am 4. Oktober 1992 tötete er in Foligno den vierjährigen Simone Allegretti. Der Junge wurde erwürgt und erstochen, an der Leiche fanden sich zudem Spuren sexueller Gewalt. Fast ein Jahr später, am 7. August 1993, erstach er den dreizehnjährigen Lorenzo Paolucci. Nach beiden Taten schickte der Täter der Polizei höhnische Nachrichten, die er mit „il Mostro“ (das Monster) unterzeichnete und in denen er sich zu den Morden bekannte.

Ermittlung und Festnahme

Die Ermittler nahmen Luigi Chiatti noch am Tag der zweiten Tat, dem 7. August 1993, fest. Entscheidend war ein Fund im Ferienhaus seiner Familie: Dort entdeckte die Polizei persönliche Gegenstände eines der Opfer, versteckt in einem Waschmittelbehälter, sowie weitere vergrabene Beweisstücke im Garten des Anwesens.

Prozess und Urteil

Der Prozess begann im Dezember 1994. Am 28. Dezember 1994 verurteilte ihn das erstinstanzliche Gericht zu zweimal lebenslanger Haft. Ein Berufungsgericht reduzierte das Urteil am 11. April 1996 auf 30 Jahre Haft, nachdem Gutachter ihm eine teilweise verminderte Schuldfähigkeit attestiert hatten. Das oberste italienische Gericht bestätigte diese Strafe am 4. März 1997 endgültig.

Nachwirkungen

Luigi Chiatti wurde am 3. September 2015 nach Verbüßung seiner Haftstrafe entlassen. Da Gutachter ihn weiterhin als gefährlich einstuften, wurde er umgehend in eine geschlossene forensisch-psychiatrische Einrichtung (REMS) im sardischen Capoterra eingewiesen. Diese Unterbringung wurde seither wiederholt gerichtlich verlängert, zuletzt nach verfügbaren Berichten im Jahr 2020 um weitere zwei Jahre. Über seinen aktuellen Aufenthaltsort ist öffentlich nichts weiter bekannt.