Lissabon-Ripper
- Aktive Jahre
- 1992–1993
- Modus Operandi
- Stumpfe Gewalt
Drei Frauen wurden innerhalb von acht Monaten an verlassenen Orten im Großraum Lissabon gefunden. Bei allen hatte der Täter den Körper geöffnet und innere Organe entfernt. Trotz der auffälligen Übereinstimmungen hinterließ er keine verwertbare Spur; bis heute ist nicht geklärt, wer hinter den Morden stand.
Die drei Taten
Am 31. Juli 1992 wurde die 22-jährige Maria Valentina, genannt „Tina“, in einer Hütte in Póvoa de Santo Adrião gefunden. Am 2. Januar 1993 entdeckten Arbeiter nahe der Bahnstrecke in Entrecampos die 24-jährige Maria Fernanda. Die dritte Tote, die 27-jährige Maria João, wurde am 15. März 1993 erneut im Gebiet von Póvoa de Santo Adrião entdeckt.
Alle drei Frauen waren im Umfeld der Straßenprostitution bekannt. Die Leichen wiesen schwere Verletzungen und die Entfernung innerer Organe auf. Der Ausdruck „Zerstückelung“ wäre dafür ungenau: Die Quellen beschreiben Verstümmelungen und Organentnahmen, nicht das Zerlegen der Körper. Ebenso ist die oft wiederholte Behauptung einer „chirurgischen Präzision“ keine gesicherte Feststellung zur Ausbildung des Täters.
Ermittlungen
Die portugiesische Polícia Judiciária verband die drei Taten aufgrund der Opferauswahl, Fundorte und Verletzungsmuster. An den Tatorten fehlten verwertbare Fingerabdrücke, Haare oder andere biologische Spuren, die einen Verdächtigen eindeutig hätten identifizieren können. Weitere Tötungen in Portugal und anderen Ländern wurden zeitweise verglichen, eine belastbare Verbindung entstand daraus nicht.
Der Verdächtige von 2011
2011 geriet José Pedro Guedes in den Fokus, nachdem sein Sohn bei einer Fernsehsendung behauptet hatte, der Sohn des „Lissabon-Rippers“ zu sein. Guedes machte Angaben zu den Morden, doch Ermittler fanden Widersprüche und keine forensische Bestätigung. Ein an einem Tatort gesicherter Handabdruck passte nicht zu ihm. Er wurde später freigelassen und wegen der drei Taten nicht angeklagt.
Nachwirkung
Die portugiesische Presse prägte für den unbekannten Täter die Bezeichnung „Estripador de Lisboa“. Der Fall zählt zu den bekanntesten ungeklärten Mordserien des Landes. Seine Bekanntheit darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur drei Taten verlässlich als zusammengehörige Kernserie dokumentiert sind und der Täter nie identifiziert wurde.