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Lino Renzi

Panoramablick auf Salerno, wo Lino Renzi seine Mutter tötete
Cabalist12, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
1
Opfer
inhaftiert
TotschlägerSalerno , Italien
Aktive Jahre
2013

Nachbarn im Salernitaner Viertel Torrione beschwerten sich im Sommer 2013 bei der Polizei über einen sonderbaren Bratengeruch, der aus einer Wohnung drang. Die Beamten fanden darin einen nackten Mann, während in einem anderen Zimmer die sterblichen Überreste seiner 73-jährigen Mutter über eine Kochplatte verteilt lagen. Lino Renzi hatte die Leiche zwei Tage lang mit einer Säge zerteilt und Teile davon zubereitet.

Werdegang

Lino Renzi war zur Tatzeit 45 Jahre alt und litt seit Jahren an einer psychiatrischen Erkrankung. Erst einen Monat vor der Tat war er aus einer Pflegeeinrichtung entlassen worden, in der er wegen seiner Erkrankung betreut worden war.

Die Tat

Am 23. Juli 2013 eskalierte ein Streit zwischen ihm und seiner Mutter Maria Pia Guariglia in der gemeinsamen Wohnung in der Via Martuscelli im Stadtteil Torrione. Er schlug sie mit stumpfer Gewalt tot. In den folgenden zwei Tagen zerlegte er den Leichnam mit einer Säge und bereitete Teile der Organe auf einer Kochplatte zu, offenbar mit der Absicht, sie zu essen. Später soll er laut einem psychiatrischen Gutachten bereut haben, was er getan hatte, und versucht haben, einen abgetrennten Fuß der Toten wieder anzunähen.

Entdeckung und Festnahme

Aufmerksam geworden durch den Geruch aus der Wohnung, alarmierten Nachbarn die Polizei, die zwei Tage nach der Tat eintraf und ihn festnahm. Fünf Monate später legte er ein vollständiges Geständnis ab.

Begutachtung und Urteil

Ein gerichtlich bestellter Psychiater stellte bei ihm eine vollständige Schuldunfähigkeit sowie eine ausgeprägte soziale Gefährlichkeit fest. Da er als unfähig galt, die Bedeutung seiner Tat zu erkennen, wurde er nicht wegen Mordes verurteilt, sondern in eine sogenannte REMS eingewiesen, eine geschlossene forensisch-psychiatrische Einrichtung im italienischen Maßregelvollzug. Das Gericht ordnete eine Unterbringung von 30 Jahren in einer entsprechenden Einrichtung in San Nicola Baronia in der Provinz Avellino an.

Nachwirkungen

Der als „Kannibale von Salerno” bekannt gewordene Fall sorgte in Kampanien wochenlang für Entsetzen und wirft bis heute die Frage auf, wie eine bereits diagnostizierte psychische Erkrankung trotz vorheriger Unterbringung zu einer derart plötzlichen Eskalation führen konnte.