Leszek Pękalski
- Serienmörder — Bytów , Polen
- Aktive Jahre
- 1984–1992
- Modus Operandi
- Vergewaltigung
Bis zu 70 Morde gestand Leszek Jacek Pękalski, doch vor Gericht blieb nur der Tod der siebzehnjährigen Sylwia Rudnik übrig. Die zeitgenössische Rzeczpospolita berichtete über den Schuldspruch und die Strafe von 25 Jahren. Die große Lücke zwischen Geständnissen und Urteil prägt den Fall bis heute.
Werdegang
Er litt von Geburt an unter einer leichten geistigen Behinderung, spätere psychiatrische Gutachten stellten zudem sexuelle Verhaltensstörungen bei ihm fest. In seinem Heimatort Bytów in Pommern galt er als sonderbarer Einzelgänger.
Ermittlung und Geständnisse
Nach seiner Festnahme verfasste er in Zelle 53 der Justizvollzugsanstalt Słupsk über 130 Tage hinweg ein 57-seitiges Geständnis mit selbst angefertigten Tatortskizzen. Darin schilderte er detailliert, wie er Opfer unterschiedlichen Alters und Geschlechts vergewaltigt und getötet haben will, in einigen Vernehmungen war von bis zu 90 Taten die Rede, die er später wieder zurücknahm. Ermittler fanden blutverschmierte Unterwäsche in seinem Besitz, die als Beweismittel diente.
Prozess
Die Staatsanwaltschaft klagte ihn zunächst wegen 17 Morden an, für die sie ausreichende Beweise zu haben glaubte. Das Gericht folgte dieser Einschätzung jedoch nicht: Massive Ermittlungspannen kamen während des Prozesses ans Licht, darunter vernichtete Beweismittel, ungesicherte Spuren und fehlende Protokolle. Am 9. Dezember 1996 wurde er letztlich nur wegen des Mordes an der 17-jährigen Sylwia zu 25 Jahren Haft verurteilt, zusätzlich wegen dreier weiterer Angriffe, die die Opfer überlebten.
Legende oder Serienmörder?
Ob Leszek Pękalski tatsächlich für dutzende weitere Morde verantwortlich war oder ob seine ausführlichen Geständnisse größtenteils erfunden waren, vielleicht um sich selbst als bedeutender darzustellen als er war, gilt unter polnischen Kriminologen bis heute als ungeklärt. Die schwerwiegenden Ermittlungsfehler im Fall machen eine nachträgliche Klärung praktisch unmöglich.
Nachwirkungen
Als sich seine Haftstrafe dem Ende näherte, sorgte die Debatte um eine mögliche Entlassung erneut für Schlagzeilen in Polen, Berichten zufolge blieb er über eine gerichtlich verlängerte Unterbringung weiter in Haft. Der Fall gehört zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten der polnischen Kriminalgeschichte und wurde mehrfach dokumentarisch aufgearbeitet, unter anderem 2012 im Fernsehfilm “Leszek Pękalski, wampir z Bytowa. Historia niedokończona” (Eine unvollendete Geschichte).