Leslie Patrick Bailey
- Aktive Jahre
- 1984–1985
- Modus Operandi
- EntführungVergewaltigungErstickenKomplizen
Sechs Jahre lang blieb ungeklärt, was mit dem siebenjährigen Mark Tildesley geschehen war. Dann sprach Leslie Patrick Bailey im Gefängnis über die Nacht, in der der Junge von einem Jahrmarkt in Wokingham verschwand. Seine Angaben führten zu einer Verurteilung, obwohl Marks Leiche nie gefunden wurde – und verbanden ihn mit dem Tod zweier weiterer Jungen.
Werdegang
Über seine Kindheit und Jugend ist wenig dokumentiert. Leslie Patrick Bailey wurde im Februar 1953 geboren. Sein weiterer Lebensweg lässt sich erst ab Mitte der 1980er Jahre klarer nachzeichnen, als er zu einer Gruppe um Sidney Cooke gehörte, die Jungen sexuell missbrauchte. Die Männer nutzten die Notlage wohnungsloser und von zu Hause fortgelaufener Jugendlicher aus und entführten auch jüngere Kinder. Er trug den Spitznamen “Catweazle”, nach der gleichnamigen britischen Fernsehfigur.
Die Taten
Am 1. Juni 1984 verschwand der siebenjährige Mark Tildesley von einem Jahrmarkt in Wokingham, Berkshire. Leslie Patrick Bailey sagte später aus, Sidney Cooke habe den Jungen mit einer Tüte Süßigkeiten im Wert von 50 Pence vom Festgelände fortgelockt. In einem nahe gelegenen Wohnwagen wurde Mark betäubt und von mehreren Männern sexuell missbraucht. Seine Leiche wurde nie gefunden.
Am 15. September 1985 verschwand der sechsjährige Barry Lewis beim Spielen nahe seinem Elternhaus im Londoner Stadtteil Walworth. Seine sterblichen Überreste wurden im April 1986 in Essex entdeckt. Im November 1985 starb der vierzehnjährige Jason Swift in einer Wohnung in Hackney. Leslie Patrick Bailey und drei weitere Männer hatten ihn betäubt und sexuell missbraucht. Jason wurde dabei am Hals festgehalten und erstickte. Seine Leiche wurde später in Essex abgelegt.
Ermittlung und Prozess
Am 12. Mai 1989 wurden Leslie Patrick Bailey, Sidney Cooke, Robert Oliver und Steven Barrell wegen Totschlags an Jason Swift schuldig gesprochen. Er erhielt dafür eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Als ein Mitgefangener anschließend von weiteren Geständnissen des Verurteilten berichtete, weitete die Polizei ihre Ermittlungen unter dem Namen “Operation Orchid” auf weitere vermisste Jungen aus.
Im Juni 1991 bekannte sich Leslie Patrick Bailey des Mordes an Barry Lewis schuldig und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 22. Oktober 1992 gestand er vor dem Reading Crown Court außerdem den Totschlag an Mark Tildesley sowie ein Sexualdelikt. Im Dezember verhängte das Gericht dafür zwei weitere lebenslange Freiheitsstrafen. Er blieb der einzige Mensch, der wegen Marks Tod verurteilt wurde. Gegen Sidney Cooke und weitere Verdächtige erhob die Staatsanwaltschaft in diesem Fall keine Anklage, weil seine Aussage allein nicht als ausreichender Beweis galt.
Nachwirkungen
Am 7. Oktober 1993 wurde Leslie Patrick Bailey tot in seiner Zelle im Whitemoor-Gefängnis in Cambridgeshire gefunden. Eine Obduktion ergab, dass er mit einer Schlinge erwürgt worden war. Die Mitgefangenen Michael Cain und John Brookes wurden 1995 wegen seiner Ermordung verurteilt. Seine Aussagen blieben entscheidend für die Rekonstruktion von Mark Tildesleys Tod. Marks Leiche wurde jedoch nie gefunden, und kein weiteres Mitglied der Gruppe wurde deswegen verurteilt.