Léone Bouvier
- Aktive Jahre
- 1953
- Modus Operandi
- Erschießen
Léone Bouvier erschoss am 27. Februar 1953 in Nantes ihren Freund Émile Clenet mit einer Pistole, nachdem dieser sich von ihr getrennt hatte. Der Fall wurde in Frankreich vor allem unter dem Namen Mordkuss bekannt, weil sie ihren Freund vor dem tödlichen Schuss noch auf die Wange geküsst haben soll.
Werdegang
Sie wurde um 1929 im Dorf Saint-Macaire-en-Mauges im Département Maine-et-Loire in ärmlichen Verhältnissen geboren, konnte weder lesen noch schreiben und arbeitete als Fabrikarbeiterin. Ab 1951 war sie mit dem Automechaniker Émile Clenet liiert. Sie wurde schwanger, verlor jedoch das ungeborene Kind und in der Folge auch ihre Arbeitsstelle.
Die Tat
Als Émile Clenet die Beziehung beendete und eine Versöhnung ablehnte, kaufte sie eine halbautomatische Pistole vom Kaliber .22 und verabredete sich am 27. Februar 1953 noch einmal mit ihm. Nach übereinstimmenden Zeugenberichten küsste sie ihn zum Abschied auf die Wange, bevor sie ihm aus nächster Nähe in den Hals schoss. Er starb noch am Tatort. Sie wurde noch am selben Tag festgenommen.
Prozess
Die Assisen von Maine-et-Loire in Angers verhandelten den Fall im Dezember 1953. Der Staatsanwaltschaft gelang es nicht, eine Vorsätzlichkeit der Tat lückenlos nachzuweisen, obwohl sie die Waffe vorab gekauft hatte. Das Gericht verurteilte sie am 10. Dezember 1953 wegen Totschlags zu lebenslangen Zwangsarbeit.
Nachwirkungen
Der Fall sorgte in der französischen Presse der frühen 1950er Jahre für erhebliches Aufsehen und wurde zum Sinnbild für die damalige öffentliche Debatte um Verbrechen aus Leidenschaft und den auffällig milden Umgang französischer Gerichte mit Taten, die aus verschmähter Liebe begangen wurden. Über ihr weiteres Leben nach der Verurteilung liegen keine gesicherten Informationen vor.