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Lee Doon

Die Straße Crookes in Sheffield, in der Lee Doon 1922 seinen Arbeitgeber tötete
Dave Hitchborne / Geograph Britain and Ireland / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0
1
Opfer
hingerichtet
TotschlägerSheffield , Großbritannien
Aktive Jahre
1922
Modus Operandi
Stumpfe GewaltErwürgen

„Er ist zurück nach China gegangen, das Geschäft gehört jetzt mir.” Mit dieser Erklärung wollte ein Wäschereigehilfe in Sheffield im September 1922 das plötzliche Verschwinden seines Arbeitgebers erklären. Die Kolleginnen glaubten ihm nicht lange, und wenig später förderte die Polizei unter dem Kellerboden der Wäscherei die Leiche des angeblich Abgereisten zutage. Der Mann, der ihn getötet hatte, war Lee Doon, dessen Name in manchen Quellen auch als Leung Lun überliefert ist.

Werdegang

Über Lee Doons Leben vor der Tat ist wenig bekannt. Geboren um 1895, kam er offenbar erst wenige Jahre vor der Tat nach England und sprach kaum Englisch. Im Spätsommer 1922 fand er Anstellung bei seinem Landsmann Sing Lee, der in Sheffield mehrere Wäschereien betrieb und über dem Geschäft in der Straße Crookes wohnte. Lee Doon arbeitete erst seit rund fünf Wochen für ihn, als es zur Tat kam.

Die Tat

Am Abend des 9. September 1922 bat Sing Lee seine Angestellte Lily Siddall, am folgenden Sonntag zur Arbeit zu erscheinen. Als sie kam, war ihr Arbeitgeber verschwunden. Lee Doon erklärte ihr, Sing Lee sei zurück nach China gegangen und habe ihm das Geschäft überlassen. Lily Siddall wurde jedoch misstrauisch, als sie bemerkte, dass Lee Doon die Hosen seines angeblich abgereisten Chefs trug und sich seine Erklärung für einen neu erworbenen Hut zeitlich nicht ausging. Zusätzlich ließ Lee Doon Arbeiter kommen, um im Kellerboden ein Loch auszuheben, und wurde beim Versuch beobachtet, einen schweren Koffer zu bewegen. Als schließlich eine Bekannte Sing Lees in der Wäscherei nach ihm fragte, weil er ein Treffen mit ihr verpasst hatte, wandte sich Lily Siddall an Sing Lees Verwandte und schließlich an die Polizei.

Ermittlung und Prozess

Beamte durchsuchten die Wäscherei in der folgenden Woche und fanden unter mehreren Tonnen Kohle und Koks im Keller einen Koffer mit der Leiche Sing Lees, dazu blutgetränkte Bettwäsche. Der Tote war erschlagen worden, um seinen Hals lag ein Strick. Bei der Festnahme trug Lee Doon eine größere Geldsumme bei sich, die dem Wäschereibesitzer kurz vor seinem Tod ausgezahlt worden war. Vor Gericht in Leeds gab Lee Doon über einen Dolmetscher an, es sei zum Streit gekommen, weil er seinen Arbeitgeber gebeten habe, kein Opium mehr zu konsumieren. Sing Lee habe ihn daraufhin beleidigt und zum Kampf herausgefordert, bei dem er unglücklich auf einen Ofen gestürzt und dabei tödlich verletzt worden sei. Die Jury glaubte ihm nicht, zumal die Polizei in der gesamten Wäscherei keine Spuren von Opium fand und die Anklage von einem Raubmord ausging. Sie sprach ihn des Mordes schuldig, seine Berufung wurde abgelehnt.

Hinrichtung

Vor seiner Exekution soll Lee Doon darum gebeten haben, seinem Brauch entsprechend enthauptet statt gehängt zu werden, was ihm verweigert wurde. Er wurde am 5. Januar 1923 im Gefängnis Armley Gaol in Leeds gehängt. Der Fall blieb in Sheffield vor allem wegen der Plumpheit der Vertuschung im Gedächtnis: Ein frisch verschwundener Geschäftsmann, ein Koffer im Keller und ein Angestellter, der sich über Nacht als neuer Besitzer ausgab, waren keine Kombination, die eine aufmerksame Kollegin lange täuschen konnte.

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