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Léa Papin

genannt „Die mörderischen Dienstmädchen von Le Mans"

Porträtfoto von Léa Papin aus dem Jahr 1933
Agence Mondial Photo-Presse, via Gallica/Wikimedia Commons · Public Domain (anonymes Werk, Schutzfrist abgelaufen)
2
Opfer
„Die mörderischen Dienstmädchen von Le Mans"
verstorben
TotschlägerLe Mans , Frankreich
Aktive Jahre
1933

Léa Papin, geboren am 15. September 1911, tötete am 2. Februar 1933 gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Christine Papin in Le Mans die Ehefrau und die erwachsene Tochter des Anwalts, bei dem beide als Hausangestellte arbeiteten. Weil das Gericht sie als vollständig von ihrer dominanten Schwester abhängig einstufte, erhielt Léa eine deutlich mildere Strafe als Christine und wurde nach zehn Jahren Haft unter neuem Namen entlassen.

Werdegang

Léa wuchs gemeinsam mit ihrer sechs Jahre älteren Schwester Christine in Dörfern südlich von Le Mans auf, in einer durch die zerrüttete Ehe der Eltern geprägten Kindheit mit zeitweisen Aufenthalten in kirchlichen Erziehungsheimen. Christine hatte bereits 1926 eine Stelle als Köchin im Haushalt des pensionierten Anwalts René Lancelin angetreten und überredete die Familie kurz darauf, auch die jüngere Léa als Zimmermädchen einzustellen. Die Schwestern teilten sich ein Zimmer im obersten Stockwerk des Hauses und lebten weitgehend isoliert von der übrigen Dienerschaft. Gerichtsmediziner beschrieben Léas Persönlichkeit später als fast vollständig in der ihrer älteren, dominanteren Schwester aufgegangen.

Die Tat

Am Abend des 2. Februar 1933 kam es während des Bügelns zu einem kurzen Stromausfall. Als Léonie Lancelin Christine deswegen zur Rede stellte, eskalierte der Streit binnen Minuten zu offener Gewalt: Während Christine sich auf die herbeigeeilte Tochter Geneviève stürzte, griff Léa die Mutter an. Gemeinsam schlugen die Schwestern anschließend mit einem Hammer, einem Zinnkrug und einem Küchenmesser auf beide Frauen ein, bis diese kaum wiederzuerkennen waren. Nach der Tat wuschen sich die Schwestern, zogen sich aus und warteten gemeinsam im Bett auf die Polizei.

Festnahme und Prozess

Léa wurde noch am selben Abend zusammen mit Christine verhaftet und gestand die Tat sofort, wobei beide Schwestern zunächst versuchten, jeweils die alleinige Verantwortung zu übernehmen, um die andere zu schützen. Der Prozess im September 1933 geriet zu einem landesweit verfolgten Medienereignis. Vor Gericht führte die Verteidigung eine erhebliche familiäre Vorbelastung an, darunter Alkoholismus und sexuellen Missbrauch durch den gemeinsamen Vater. Gutachter attestierten Léa eine fast vollständige psychische Abhängigkeit von ihrer älteren Schwester. Während Christine zunächst zum Tode verurteilt wurde, erhielt Léa aufgrund dieser angenommenen Abhängigkeit nur zehn Jahre Haft.

Nachwirkungen

Léa verhielt sich im Gefängnis nach Aussagen von Aufsehern ruhig und unauffällig, ganz im Gegensatz zu ihrer Schwester, die nach der Trennung von Léa zunehmend psychisch zusammenbrach und 1937 in einer Anstalt starb (siehe Christine Papin). 1941 wurde Léa nach acht Jahren Haft wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Sie zog daraufhin mit ihrer Mutter nach Nantes und arbeitete dort unter einem angenommenen Namen als Zimmermädchen in einem Hotel, um nicht mit dem Fall in Verbindung gebracht zu werden. Über ihr genaues Todesjahr gehen die Quellen auseinander, einige nennen 1982, ein Dokumentarfilmer will sie im Jahr 2000 noch in einem Pflegeheim angetroffen haben. Rechnerisch wäre Léa Papin, geboren 1911, inzwischen weit über 110 Jahre alt und damit mit Sicherheit nicht mehr am Leben.

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